Nach Corona-Ausbruch

Airbus darf Produktionslinie in Hamburg wieder hochfahren

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Volker Mester und Wolfgang Horch
Das Werkstor von Airbus in Hamburg-Finkenwerder: Bei dem FLugzeugbauer war es zu einem Corona-Ausbruch gekommen.

Das Werkstor von Airbus in Hamburg-Finkenwerder: Bei dem FLugzeugbauer war es zu einem Corona-Ausbruch gekommen.

Foto: Jonas Klüter / dpa

Die Justizbehörde hat den Corona-Hygieneplan des Flugzeugbauers genehmigt. Das Amt findet Mängel in fast jeder dritten Firma.

Hamburg.  Die Hamburger Justizbehörde hat Grünes Licht gegeben: Airbus darf die wegen eines Corona-Ausbruchs geschlossene Hamburger Endmontage­linie für Jets der A320-Familie ab sofort wieder anlaufen lassen. Das teilte die Behörde am Freitag dem Abendblatt auf Anfrage mit. Man habe dem von Airbus vorgesehenen Hygieneplan für den Betrieb der Produktionslinie zugestimmt.

Schon am Montag nehme die betroffene Montagelinie den Betrieb wieder auf, sagte ein Airbus-Sprecher dem Abendblatt. „Unsere Beschäftigten kehren nach Absprache mit ihrem jeweils zuständigen Gesundheitsamt wieder zurück an ihren Arbeitsplatz“, hieß es. Das Unternehmen habe darüber hinaus entschieden, allen aus der Quarantäne oder häuslichen Isolation zurückkehrenden Mitarbeitern anzubieten, sich freiwillig vor Arbeitsantritt testen zu lassen.

Airbus setze jetzt zusätzlich „Hygienekoordinatoren“ ein, die die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen sollen. Dazu gehöre unter anderem das Tragen medizinischer Masken. Alle Mitarbeiter in Hamburg seien aufgefordert worden, ein Kontakttagebuch zu führen, um im Falle einer Covid-19-Infektion eine noch schnellere lückenlose Nachverfolgung zu ermöglichen, zudem habe man in den Raucherbereichen im Freien den Mindestabstand auf zwei Meter erhöht.

Corona-betroffene Airbus-Montagelinie war erst 2018 eingeweiht worden

Am Nachmittag des 22. Januar waren die Beschäftigten per Mail informiert worden, dass es 21 Corona-Fälle gab. Als Konsequenz wurden 500 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt. Wie sich später herausstellte, hatten sich sieben Personen mit der als hochansteckend geltenden britischen Virusvariante infiziert. Das Amt für Arbeitsschutz soll vor und nach dem Corona-Ausbruch bei Airbus Verstöße gegen Schutzregelungen zum Beispiel beim Lüften, Maskentragen und bei Abständen moniert haben.

Nach Informationen des Abendblatts handelte es sich bei der betroffenen Produktionsstraße um die vierte und neueste Hamburger Endmontagelinie, die erst im Juni 2018 eingeweiht wurde. Sie ist mit Bohr-Robotern ausgestattet, die beim Zusammenfügen der Rumpfsegmente helfen. Derzeit produziert Airbus firmenweit pro Monat 40 Flugzeuge der A320-Typenreihe, davon gut die Hälfte in Hamburg.

Wie die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz am Freitag außerdem mitteilte, hat eine Überprüfung von 271 Hamburger Betrieben im Hinblick auf die Corona-Regeln ergeben, dass mehr als 70 Prozent der Firmen den Arbeitsschutz „gut geregelt“ haben. Besichtigt habe man Betriebe, die überwiegend Bürotätigkeiten ausführen.

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Knapp 30 Prozent der Betriebe müssten die Corona-Schutzvorkehrungen aber verbessern. Häufigster Kritikpunkt war die mangelnde Kommunikation mit den Beschäftigten über die Maßnahmen. Auch die Umsetzung von Lüftungskonzepten und des Mindestabstands seien verbesserungswürdig, hieß es.

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