Isemarkt & Co.

Blumenhändlerin Petzoldt verkauft nun auf Hamburger Märkten

Tessa mit ihren Bruder Robin auf dem Isemarkt.

Tessa mit ihren Bruder Robin auf dem Isemarkt.

Foto: Petersen Relations

Tessa Petzoldt geht in der Pandemie neue Wege, um ihr Unternehmen mit sechs Geschäften und 20 Mitarbeitern zu retten.

Hamburg. Ihre Blumenläden sind seit Beginn des Lockdowns vor fast sieben Wochen geschlossen. Die einzige Möglichkeit überhaupt etwas zu verkaufen, ist der Verkauf nach vorheriger Bestellung. Jetzt geht Blumenhändlerin Tessa Petzoldt neue Wege, um ihr Unternehmen mit sechs Geschäften und 20 Mitarbeitern zu retten.

Am heutigen Dienstag steht die 37-Jährige zum ersten Mal mit einem Stand auf dem Isemarkt. Nach mehrwöchiger Wartezeit hat sie einen Tagesplatz bekommen. Am Mittwoch ist sie auf dem Wochenmarkt in der Grelckstraße (Lokstedt) zu finden. „Wir wissen nicht, wann wir endlich wieder öffnen dürfen und müssen nach Alternativen suchen“, sagt Petzoldt.

Produzenten und Händler fürchten um ihre Existenz

Derzeit sehen die Corona-Regelungen in Hamburg vor, dass die Fachgeschäfte geschlossen sind, der Verkauf von frischen Blumen in Supermärkten und auf Wochenmärkten dagegen erlaubt ist. Aus Sicht der Branche ist das eine Wettbewerbsverzerrung. Gespräche mit der Politik haben bislang keine Änderung gebracht. Produzenten und Händler fürchten um ihre Existenz.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Auch bei Tessa Petzoldt wachsen die Sorgen. An Standorten, an denen sie Blumen über Click&Collect verkauft, seien die Umsätze gesunken. Das liege auch daran, dass Regeln, zu denen auch gehört, dass die Waren vor der Abholung bezahlt werden müssen, restriktiver gehandhabt würden. „Aber viele Kunden können sich nicht vorstellen, einen Strauß Tulpen online zu bezahlen.“

Auf dem Wochenmarkt darf die Händlerin für ihre Blumen dagegen weiterhin Bares nehmen. Die Premiere auf dem Isemarkt ist zunächst einmalig, in Lokstedt will sie ab sofort regelmäßig sein.

Hamburgs-Corona-Regeln:

Die aktuellen Corona-Regeln für Hamburg im Überblick

  • Alle Regeln, die im Rahmen der Eindämmungsverordnung bis zum 10. Januar gelten sollten, werden grundsätzlich bis zum 14. Februar verlängert – ein Großteil des Einzelhandels bleibt geschlossen, bestellte Waren dürfen aber abgeholt werden. "Körpernahe Dienstleistungen" wie Friseure, Nagel-, Massage- und Tattoo-Studios dürfen nicht angeboten werden. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit bleibt verboten.
  • Kontaktregeln Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen für Kinder gibt es nicht.
  • Die Maskenpflicht wird angepasst: Stoffmasken reichen in den meisten Fällen nicht mehr aus. Stattdessen müssen medizinische Masken (mindestens OP-Masken, auch FFP2- oder KN95-Masken sind möglich) getragen werden. Bis zum 1. Februar gilt eine Übergangsphase, danach werden Verstöße mit Bußgeldern geahndet.
  • Kitas und Schulen: Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibt aufgehoben, stattdessen soll so weit wie möglich Distanzunterricht gegeben werden. Kinder sollen – wann immer möglich – zu Hause betreut werden. Die Kitas wechseln in die "erweiterte Notbetreuung". Die privat organisierte Kinderbetreuung in Kleingruppen bleibt gestattet.
  • Arbeitgeber sind angehalten, so weit wie möglich ein Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Zusätzlich soll eine neue Bundesverordnung Arbeitgeber dazu verpflichten, Homeoffice anzubieten, so weit das möglich ist. Betriebskantinen dürfen nur öffnen, wenn sie für den Arbeitsablauf zwingend erforderlich sind.
  • Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert über 200 steigen, müsste eine Ausgangsbeschränkung erlassen werden, die den Bewegungsradius auf 15 Kilometer rund um den Wohnort einschränkt. Wie genau diese Regel in Hamburg angewandt würde, ist noch nicht bekannt – der Senat will darüber entscheiden, sollte sich die Inzidenz dem Grenzwert annähern.
  • Senioren- und Pflegeeinrichtungen sollen mehrmals pro Woche Personal und Besucher testen. Das war in Hamburg schon verpflichtend und gilt nun bundesweit.
  • Zwei-Test-Strategie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten: Ein Corona-Test direkt nach der Einreise ist verpflichtend, die zehntägige Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach der Einreise durch einen weiteren Test verkürzt werden. Die Kosten für die Tests werden nicht übernommen.
( mik )

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