Digitaler Hofladen

Regionale Lieferkiste Liekedeeler bleibt Hamburg erhalten

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Hanna-Lotte Mikuteit
Blattfrisch- Geschäftsführer Georg Neubauer mischt auch bei Liekedeeler mit.

Blattfrisch- Geschäftsführer Georg Neubauer mischt auch bei Liekedeeler mit.

Foto: Marcelo Hernandez

Fair, gesund und regional: Eigentlich als Corona-Soforthilfe geplant, bleibt der digitale Hofladen den Hamburgern nun erhalten.

Hamburg. Bislang war die Lieferkiste Liekedeeler lediglich als eine Art vorübergehende Corona-Soforthilfe geplant. Verbraucher in der Stadt sollten über den Dienst eine Grundversorgung mit Lebensmitteln aus der Region bestellen können und dadurch die Produzenten unterstützen. Jetzt soll Liekedeeler als dauerhaftes, eigenständiges Geschäftsmodell in Hamburg ausgebaut werden.

Geräucherte Forellenfilets vom Forellenhof Wilke aus Horneburg, Milch, Butter und Joghurt von der Meierei Horst bei Elmshorn, Kartoffeln, Äpfel und Eier vom Biohof Koch aus der Lüneburger Heide oder ein Kürbis-Curry-Paket für zwei Personen – das Liekedeeler-Sortiment reicht von regionalen Produkten bis zu fertigen Gerichten im Pfandglas. „Wir wollen eine Gemeinschaft aufbauen zwischen Produzenten und Kunden“, sagt Mitgründer Georg Neubauer. Die Idee dahinter: Die Lebensmittel kommen quasi vom Feld in die Kiste und dann direkt auf den Tisch.

Gründer von Liekedeeler auch Geschäftsführer von Blattfrisch

Neubauer ist auch Geschäftsführer von Blattfrisch, einem Hersteller von Biomahlzeiten. Gemeinsam mit der Regionalwert AG hatte er während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 das Lieferkisten-Modell Liekedeeler gestartet. „Wir sehen Potenzial für eine Weiterentwicklung“, sagt der Gründer, der die neue Firma mit drei weiteren Geschäftsführerinnen leitet. Schon seit einiger Zeit machen hybride Handelsformen den herkömmlichen Vermarktungsstrategien für Biolebensmittel Konkurrenz. Als digitaler Hofladen füllen sie eine Lücke zwischen Supermarkt und Biofachhandel und den klassischen Öko-kisten. Pionier in dem Bereich ist das Hamburger Unternehmen Frischepost, das inzwischen bundesweit aktiv ist und gerade eine millionenschwere Finanzierungsrunde abgeschlossen hat.

Liekedeeler, plattdeutsch für „Gleichteiler“, geht nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft an den Start. Angeboten werden ausschließlich Produkte aus Hamburg und angrenzenden Bundesländern. Aktuell gibt es etwa 50 verschiedene Artikel. Kern des Konzepts sind die sogenannten Beutekisten mit wöchentlich wechselnden Inhalten, die es auch in den Varianten vegetarisch und vegan sowie jeweils in zwei Größen gibt.

Mindestbestellwert 49 Euro, Lieferung erfolgt freitags

Möglich ist zudem die Bestellung einzelner Produkte, solange eine Mindestbestellmenge von 49 Euro erreicht wird. Die Auswahl erfolgt online, geliefert wird immer freitags. Der Lieferradius umfasst Hamburg, allerdings nicht die Stadtteile südlich der Elbe. Im Innenstadtbereich kommen die Kisten mit Lastenrädern.

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Aktuell hat Liekedeeler nach Angaben von Neubauer 400 aktive Kunden, etwa 50 Kisten liefert das junge Unternehmen im Schnitt pro Woche aus. Die Zahlen sollen nun in den nächsten Monaten deutlich steigen.

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