Verhandlungen

Metall-Tarifrunde: Gewerkschaft erhöht den Druck

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Ein Demonstrant hält eine IG Metall-Flagge in der Hand.

Ein Demonstrant hält eine IG Metall-Flagge in der Hand.

Foto: dpa

IG Metall verlangt bis zu vier Prozent mehr für die nächsten zwölf Monate. Warnstreiks sind ab März möglich.

Hamburg. Gut drei Stunden lang saßen sich die kleinen Verhandlungsdelegationen der Gewerkschaft IG Metall und des Arbeitgeberverbands Nordmetall am Montagvormittag im Haus der Wirtschaft in der Hamburger City Nord gegenüber: Je fünf Abgesandte, mit dem in Pandemiezeiten gebührenden körperlichen Abstand zueinander selbstverständlich, hieß es. Der große Rest der bei Tarifverhandlungen sonst üblichen gut 20-köpfigen Unterhändlerschar pro Seite war online zugeschaltet.

Als die Sitzung beendet und die Übertragung abgeschaltet war, war auch der inhaltliche Abstand nicht kleiner geworden. Von einem „konstruktiven Austausch“ über einen neuen Tarifvertrag für die gut 140.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordwest-Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern war hernach gleichlautend die Rede.

Zukunftssicherung in Zeiten der Digitalisierung

Es ging um die Zukunftssicherung in Zeiten der Digitalisierung. Über mehr Geld wurde in der zweiten Runde gar nicht erst geredet. Die IG Metall verlangt bis zu vier Prozent mehr für die nächsten zwölf Monate. Entweder als Lohnplus für die Beschäftigen in den Betrieben der Branche, denen es trotz der Pandemie wirtschaftlich gut geht. Oder als Teillohnersatz für Mitarbeiter, die zeitweise wegen Auftragsmangels im Unternehmen weniger arbeiten. Die Arbeitgeber schließen Lohnerhöhungen in den nächsten zwei Jahren dagegen aus.

„Für eine weitere Steigerung der Arbeitskosten gibt es aktuell keinen Spielraum“, erklärte Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele erneut. IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich hielt dagegen: „Eine weitere Nullrunde ist den Beschäftigten nicht zu vermitteln.“ Zugleich erhöhte er den Druck auf Nordmetall, beim nächsten Treffen am 3. Februar in Bremen ein Lohnangebot zu unterbreiten.

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„Um in der Friedenspflicht bis Anfang März zu Lösungen zu kommen, müssen sich die Arbeitgeber bewegen“, so Friedrich. Ab übernächsten Monat wären Warnstreiks möglich. Die dritte Verhandlungsrunde in gut zwei Wochen werde wegweisend sein, sagte Friedrich dem Abendblatt. Die Gewerkschaft wolle einen Arbeitskampf in der Pandemie zwar gern vermeiden, „aber wir beschäftigen uns ständig mit der Frage, mit welchen Mitteln wir in Zeiten wie diesen eine Tarifauseinandersetzung führen können“.

( hs )

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