Immobilien

Hamburger wünschen sich Garten und schnelles Internet

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Steffen Preißler
Gerade in Corona-Zeiten ist eine schnelle Internetverbindung für viele Menschen wichtig. (Symbolbild)

Gerade in Corona-Zeiten ist eine schnelle Internetverbindung für viele Menschen wichtig. (Symbolbild)

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/dpa

Neue Trends in der Pandemie bei der Immobiliensuche. Aber sie wird immer schwieriger, weil Preise steigen und Einkommen sinken.

Hamburg. Die Wohnwünsche der Hamburger bekommen durch die Pandemie neue Prioritäten: Ein Garten oder zumindest ein Balkon sowie eine schnelle Internetleitung haben sich in der Corona-Krise zu entscheidenden Kriterien bei der Immobiliensuche der Hamburger entwickelt. So wünschen sich 51 Prozent einen Garten und 50 Prozent schnelles Internet, wie aus einer aktuellen Studie im Auftrag der PSD Bank Nord hervorgeht. 45 Prozent wollen viel Grün in ihrer Umgebung, und dennoch ist 58 Prozent eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr derzeit noch wichtiger. Knapp dahinter liegt der Wunsch nach einer guten Infrastruktur aus Einkaufsmöglichkeiten, ärztlicher Versorgung sowie Kindertagesstätten und Schulen (52 Prozent).

Elf Prozent der Hamburger ist es wichtig, dass ihr künftiges Eigenheim mit einer Ladestation für Elektroautos ausgestattet ist. Denn diese Form der Mobilität gewinnt massiv an Bedeutung. „Die reine Quadratmeterzahl und andere klassische Kriterien wie Lage oder Zustand sind heute nicht mehr alles entscheidend“, sagt Thorsten Höge, Geschäftsführer des Immobilienportals DeinNeuesZuhause.de, das die Studie durchgeführt hat. So seien derzeit auch Objekte gefragt, die außerhalb der Stadtgrenzen liegen oder umfangreicher renoviert werden müssen – zumindest dann, wenn sie dafür mit anderen Ausstattungsmerkmalen punkten, etwa einem großzügigen Garten, einem separaten Arbeitszimmer oder eben mit einem besonders schnellem Internet.

Schnelles Internet wichtig für Homeoffice

„Wer von zu Hause arbeitet, braucht eine schnelle Internetleitung, um störungsfreie Videokonferenzen führen und größere Datenmengen verarbeiten zu können“, sagt Höge. Dieser Trend werde auch nach der Pandemie anhalten. Allerdings fürchten die Hamburger, dass es zunehmend schwieriger wird, den Wunsch von der eigenen Immobilie zu erfüllen. Der Grund sind sinkende Einkommen und steigende Immobilienpreise.

In Hamburg gehen mehr als 80 Prozent der Befragten von einem geringen Haushaltseinkommen aufgrund der Corona-Krise aus: 60 Prozent befürchten etwas weniger Einkommen, und 21 Prozent rechnen sogar mit deutlich stärkeren Einbußen. Gleichzeitig erwarten die meisten Hamburger steigende Immobilienpreise sowohl in Hamburg wie auch im Umland. So sollen nach Berechnungen des Hamburger Maklers Grossmann & Berger im vergangenen Jahr die Preise für Einfamilienhäuser im Umland um 6,3 Prozent gestiegen sein und in Hamburg um 2,1 Prozent.

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„Die Suchanfragen nach Kaufobjekten im Umland haben deutlich zugenommen, und das schlägt sich auch auf die Kaufpreise nieder“, sagt Höge. Nach den Erhebungen von Grossmann & Berger liegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise im Umland für Einfamilienhäuser bei rund 3400 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Das liegt rund 30 Prozent unter dem Preisniveau in Hamburg. Allerdings wollen sich die Hamburger auch nicht zu weit von der Großstadt entfernen. Immerhin 64 Prozent der Immobiliensucher möchten nicht mehr als 20 Kilometer von der Hansestadt entfernt suchen. Ein Viertel der Immobilieninteressenten kann sich auch vorstellen, in einem Umkreis von 20 bis zu 50 Kilometern ein Eigenheim zu beziehen. Klar ist, je weiter man sich von Hamburg entfernt, desto niedriger werden die Immobilienpreise

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