Feiertage

Bahn: Was Kunden für die Weihnachtsreise wissen müssen

Bahnfahren in Coronazeiten

Corona: Menschenmassen, enge Räume und keine Frischluft: Inzwischen sind die Züge und Bahnen wieder voll. Das Risiko, sich an dem Coronavirus zu infizieren, steigt - besonders, wenn keine Maske getragen wird.

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Sonderzüge, Sitzplatzreservierung, Abstandsregeln: Die Deutsche Bahn hat ihre Weihnachtspläne vorgestellt. Das müssen Kunden wissen.

Berlin.  Die Deutsche Bahn will den Reiseverkehr zu Weihnachten durch deutlich mehr Züge und Sitzplätze sicherer machen. Insgesamt werden auf den Hauptachsen rund 100 Sonderzüge eingesetzt und damit täglich etwa 130.000 zusätzliche Sitzplätze entstehen, kündigte der DB-Vorstand Berthold Huber am Mittwoch an. „Wir fahren soviel Züge wie nie zuvor in einem Monat.“

Die Bahn wolle Reisen in Corona-Zeiten so sicher wie möglich machen. Innerhalb der Züge können gleichzeitig nur noch 60 Prozent aller Sitze reserviert werden. Eine Reservierungspflicht wird es aber nicht geben.

Deutsche Bahn: Maskenpflicht soll verstärkt kontrolliert werden

In den Zügen sollen noch mehr Sicherheitskräfte kontrollieren , ob alle Passagiere Masken tragen. Aktuell verhielten sich schon heute die große Mehrheit der Reisenden sehr verantwortungsvoll, berichtet Bahnvorstand Ronald Pofalla das Ergebnis einer Untersuchung: „99 Prozent aller Passagiere tragen Masken.“ Die Sonderzüge werden unter anderem auf den Hauptachsen über Berlin, Hannover, Frankfurt, Köln, Stuttgart, München eingesetzt.

Der Bahnvorstand geht davon aus, dass in diesem Jahr 60 Prozent weniger Menschen zu Weihnachten mit der Deutschen Bahn reisen werden. Die Fernzüge werden zu Weihnachten geschätzt durchschnittlich zwischen 35 bis 40 Prozent ausgelastet sein, sagte Huber. „Die Vorbuchungen zeigen, dass es zu Weihnachten spürbar weniger Verkehr geben wird.“ Gleichzeitig würden schon jetzt mehr Reisende – 60 bis 70 Prozent – in diesem Jahr ihre Plätze reservieren.

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In Großraumwagen kann derzeit nur ein Platz pro Doppelsitz reserviert werden

Aktuell liege die Auslastung der Fernzüge im Durchschnitt nur bei 20 bis 25 Prozent. „Derzeit ist in allen Zügen ausreichend Platz. Es kommt praktisch kaum vor, dass sich jemand neben einen anderen setzt“, so Huber.

Konkret ist derzeit in allen Zügen in den Großraumwagen nur noch ein Sitzplatz pro Doppelsitz reservierbar . Der Platz daneben bleibt frei und ist für eine Reservierung gesperrt. Einzelreisende erhalten dadurch automatisch einen Fensterplatz.

Familien dürfen weiterhin zusammensitzen

Bei Sitzgruppen mit Tisch können nur noch die diagonal gegenüberliegenden Sitzplätze gebucht werden, also einen Fensterplatz auf der einen Seite und einen Gangplatz auf der gegenüberliegenden Seite. In geschlossenen Abteilen mit sechs Sitzplätzen sind nur noch zwei Plätze reservierbar: Der Fensterplatz und auf der einen Seite, der Gangplatz auf der anderen Seite.

Kleine Gruppenreisende und Familien dürfen jedoch weiterhin zusammen sitzen: Für sie sollen Extrabereiche in der 1. und 2. Klasse geschaffen werden, in denen Paare und Familien auch nebeneinanderliegende Plätze reservieren können.

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Bahn-App warnt vor vollen Zügen

Wenn ein Zug voraussichtlich zu 50 Prozent belegt ist, werden die Kunden in der Bahn-App bei der Buchung darauf hingewiesen. Ab 60 Prozent Auslastung ist eine Buchung gar nicht mehr möglich, erläuterte Bahnvorstand Huber. „So können wir Überbuchungen präventiv begegnen und sicheres Reisen gewährleisten.“

Auch an den Bahnhöfen sorgt die Bahn für noch mehr Hygiene. Insgesamt sorgten 4300 Reinigungskräfte für Sauberkeit und Hygiene in Zügen und an Bahnhöfen. Zum Schutz vor Viren und Bakterien würden die Treppenhandläufe und Bedienungsknöpfe an Aufzügen häufig gereinigt. Zudem sorgen Speziallack und der Einsatz von UV-Licht an vielen Bahnhöfen für zusätzlichen Infektionsschutz. Insgesamt gebe es 650 Desinfektionsspender.

Bahnvorstände lehnen Reservierungspflicht ab

Eine Reservierungspflicht lehnen die Bahnvorstände kategorisch ab. „Dies würde die Situation in den Zügen nicht verbessern, sondern verschlechtern“, sagte Huber.

Durch eine Reservierungspflicht würden Reisende von den Fernzügen in die Nahverkehrszüge verdrängt, was die Situation dort verschärfen würde. Auch die Gewerkschaften und die Chefs der Bundesländer haben sich gegen eine Reservierungspflicht ausgesprochen.