Arbeitsmarkt

83.000 Hamburger auf Jobsuche – noch kein Lockdown-Effekt

Arbeitsmarkt in Hamburg: Im November sank die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent auf 82.969. Das sind 1162 Jobsuchende weniger als im Oktober 2020 (Symbolbild).

Arbeitsmarkt in Hamburg: Im November sank die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent auf 82.969. Das sind 1162 Jobsuchende weniger als im Oktober 2020 (Symbolbild).

Foto: picture alliance / dpa | Axel Heimken

Arbeitslosigkeit sinkt um 1,4 Prozent zum Vormonat, aber 30 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Januar könnte Zahl wieder steigen.

Hamburg. Seit Mai des Jahres hat Hamburg mehr als 80.000 Arbeitslose. Seit August verzeichnet die Hansestadt allerdings wieder leicht rückläufige Arbeitslosenzahlen, nachdem mit über 91.000 Jobsuchenden im Juli ein Höchstwert in Folge der Corona-Pandemie erreicht wurde. Auch in der am Dienstag vorgestellten Statistik schlägt sich der erneute Lockdown für viele Dienstleistungsbranchen noch nicht nieder.

Im November sank die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent auf 82.969. Das sind 1162 Jobsuchende weniger als im Oktober 2020. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,7 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Vormonats. Damit sanken die Arbeitslosenzahlen den vierten Monat in Folge.

Arbeitslosigkeit in Hamburg könnte im Januar steigen

Für den Dezember rechnet der Chef der Arbeitsagentur Hamburg, Sönke Fock mit einer ähnlichen Entwicklung wie im November. "Erst im Januar können die Arbeitslosenzahlen wieder steigen", sagt Fock. Das hänge von der weiteren Entwicklung des Lockdowns ab.

Für den Dezember werden die Umsatzverluste noch bis zu 75 Prozent ausgeglichen. "Viele Arbeitgeber werden erst im Januar für sich die Rechnung aufmachen, ob sie weiter an der Kurzarbeit festhalten oder Stellen abbauen." Bisher halten die meisten Hamburger Betriebe ihre Fach- und Führungskräfte mit Kurzarbeit in Beschäftigung und vermeiden so den riskanten Verlust hochqualifizierter Mitarbeiter", sagt Fock.

Hamburg: 10 bis 20 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit

Zahlen zur Kurzarbeit gibt es allerdings nur in Form von Hochrechnungen für den Monat August. Danach beantragten in diesem Sommermonat knapp 9700 Betriebe für 105.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld. Durch den aktuellen Lockdown, dessen Ende nicht abzusehen ist, dürften die Kurzarbeiterzahlen inzwischen wieder gestiegen sein. Betroffen sind vor allem Gastronomie, Hotellerie und das Veranstaltungswesen. Die tatsächliche Kurzarbeit wird nur mit großer zeitlicher Verzögerung abgebildet. So hatten im Mai 2020 rund 16.000 Hamburger Betriebe mit 195.000 Beschäftigten Kurzarbeitergeld erhalten. Bezogen auf alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Hansestadt entspricht das einem Anteil von knapp 20 Prozent.

Im Jahresvergleich zeigt sich, wie dramatisch sich der Hamburger Arbeitsmarkt verschlechtert hat. Die Kurzarbeit, die noch bis Ende des nächsten Jahres unter den erleichterten Pandemiebedingungen möglich ist, dürfte aber einen Anstieg auf über 100.000 Arbeitslose verhindert haben. So ist im Vergleich zum November 2019 die Arbeitslosigkeit in Hamburg um rund 30 Prozent gestiegen. Rund 19.000 Hamburger mehr sind jetzt auf Jobsuche als vor einem Jahr.

3600 Stellen in der Gastronomie abgebaut

Dennoch bleibt das Beschäftigungsniveau in der Hansestadt mit rund einer Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hoch. Dieser Wert wurde erstmals im Oktober 2019 erreicht und konnte seitdem weitgehend verteidigt werden. Die Beschäftigungslage entwickelt sich aber nach Branchen sehr unterschiedlich.

Einen Stellenaufbau gibt es im Jahresvergleich bei der öffentlichen Verwaltung (mit einem Plus von 1900 oder 4,1 Prozent), Information und Kommunikation (+1000 oder 1,4 Prozent), Erziehung / Unterricht (+1300 oder 3,4 Prozent) oder im Gesundheitswesen (+2200 oder 3,3 Prozent). Stellen abgebaut wurden bei der Zeitarbeit (-3700 oder 13,8 Prozent), dem Gastgewerbe (-3600 oder 8,8 Prozent), dem verarbeitenden Gewerbe (-1500 oder 1,4%) und den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (-1200 oder 0,9 Prozent), wie aus den Zahlen der Arbeitsagentur Hamburg hervorgeht.