Maklergebühren

Immobilienkauf: Dieses Schlupfloch droht beim neuen Gesetz

Der Berliner Mietendeckel

Am Sonntag tritt der Berliner Mietendeckel in Kraft. AFPTV erklärt die Eckpunkte des neuen Gesetzes.

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Mit einem neuen Gesetz sollen Käufer von Wohnimmobilien angesichts steigender Preise entlastet werden. Doch es besteht Skepsis.

Berlin.  Wer im Zuge der Corona-Pandemie gehofft hat, beim Kauf einer Immobilie ein Schnäppchen schlagen zu können, ist bisher enttäuscht worden. Denn losgelöst vom zwischenzeitlich stärksten wirtschaftlichen Einbruch seit Gründung der Bundesrepublik sind die Preise für den Haus- und Wohnungskauf weiter nach oben geklettert.

Im dritten Quartal mussten Käufer nach Daten des Statistischen Bundesamtes im Schnitt 7,8 Prozent mehr zahlen als noch vor einem Jahr – es ist der stärkste Anstieg seit 2016.

Immobilienkauf: Bundesregierung will Käufer entlasten

Gegen die Entwicklung der Marktpreise findet sich kein Mittel. Bei den Nebenkosten, die schnell einen fünfstelligen Betrag erreichen können, sieht es anders aus. Dazu gehören die Kosten für die Grunderwerbsteuer, den Notar oder den Makler.

Mit einer Gesetzesänderung will die Bundesregierung nun die Käufer finanziell entlasten. Am 23. Dezember tritt ein neues Maklerrecht in Kraft. Künftig müssen sich Käufer und Verkäufer die Provision für einen Vermittler hälftig teilen.

Einheitliche Regelung soll Position der Käufer verbessern

Bisher gelten in den Bundesländern unterschiedliche Regeln. In den Stadtstaaten, Hessen, Brandenburg und Teilen Niedersachsens müssen die Käufer die Provisionen allein stemmen. Ansonsten wird geteilt. In der Praxis ist das aber Verhandlungssache. Und hier sind die Käufer in der schlechteren Position, wie aus der Begründung der Gesetzesänderung hervorgeht.

Statt die Kosten gleichmäßig zu teilen, würden den Verkäufern deutliche Zugeständnisse gemacht oder die Zahlung ganz erlassen, heißt es darin. Der Käufer müsse sie dann allein bezahlen. „Weigert sich der Kaufinteressent, darauf einzugehen, scheidet er praktisch aus dem Bewerberkreis aus“, stellt die Regierung fest.

629 Millionen Euro sollen Verbraucher sparen

Mit der Pflicht zur Teilung soll diese Unsitte ein Ende finden. So sieht die neue Regelung für den Fall, dass der Verkäufer nichts bezahlen soll, vor, dass auch der Käufer nichts bezahlen muss. Eine Zahlung vorzugeben wird als Trick auch nicht funktionieren, weil diese per Zahlungsbeleg nachgewiesen werden muss. Schließlich lässt der Gesetzgeber mündliche Absprachen nicht mehr gelten. Der Maklervertrag muss in Textform abgefasst sein, etwa per Mail.

So erhofft sich die Bundesregierung eine erhebliche Entlastung der Haus- oder Wohnungskäufer bei den Nebenkosten. Auf 629 Millionen Euro beziffert der Bund die zu erwartende Einsparung der Verbraucher. Die Neuregelung gilt auch nur dafür.

Maximal werden 7,14 Prozent des Kaufpreises fällig

Beim Erwerb von Grundstücken, Zwei- oder Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten bleibt alles beim Alten. Hier müssen die Käufer die Maklerprovision aufbringen. „Spätestens beim Notartermin sollten sich Käufer vom Makler die entsprechende Vereinbarung mit dem Verkäufer zeigen lassen, um nicht unnötige Provision zahlen zu müssen“, rät der Chef der Freiburger Sparkassen Immobilien-Gesellschaft, Oliver Kamenisch.

Auch sollten Verkäufer und Käufer im Kaufvertrag bestätigen, eine Provision in gleicher Höhe an den Makler zu bezahlen.

Die Kosten für den Makler sind uneinheitlich geregelt, weil sie Länder- oder Verhandlungssache sind. Maximal werden 7,14 Prozent des Kaufpreises fällig. Bei einer Immobilie im Wert von 250.000 Euro sind das schon einmal 17.850 Euro. Nun hoffen viele auf eine Entlastung bei den Maklergebühren.

Verkäufer könnten die Preise weiter erhöhen

Doch daran gibt es Zweifel. Es gebe für unfaire Verkäufer ein Schlupfloch , warnt die Vermittlerfirma City Immobilienmakler aus Hannover. Die Verkäufer würden die Preise erhöhen und sich so die Ausgaben für eine Provision wieder hereinholen. Darunter müssten die Verbraucher dann in doppelter Hinsicht leiden.

Sie blieben indirekt wieder auf der Gebühr sitzen und müssten für den höheren Kaufpreis obendrein mehr Grunderwerbsteuer bezahlen. Der Immobilienverband Deutschland hält die Teilung der Kosten dagegen für fair und glaubt, dass sich der Maklermarkt dadurch professionalisieren wird.

Verbraucherzentralen sind skeptisch

Skeptisch bleiben die Verbraucherzentralen. Sie plädierten im Gesetzgebungsverfahren für das Bestellerprinzip. Wer einen Makler beauftragt, muss ihn dann auch bezahlen. „Wir versprechen uns davon eine Entlastung der Verbraucher im doppelten Sinne“, sagt der Bauexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Thomas Engelke.

Zum einen würde das Bestellerprinzip dazu führen, dass nur noch diejenigen einen Makler beauftragten, die das auch bei vollständig eigener Finanzierung wirklich wollten. Dadurch sollte die Fallzahl sinken und entsprechend könnten Kosten eingespart werden. Zum Zweiten würden durch eine Deckelung der Courtage unmittelbar Kosten gespart. Mit diesen Forderungen konnte sich der vzbv allerdings bisher nicht durchsetzen.