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Black Friday – wird er in Hamburg zur Enttäuschung?

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Mit Preisnachlässen werden Kunden am Black Friday in die Geschäfte gelockt. (Symbolbild)

Mit Preisnachlässen werden Kunden am Black Friday in die Geschäfte gelockt. (Symbolbild)

Foto: imago images/Frank Sorge

Rabattaktionen sollen die Weihnachtseinkäufe ankurbeln. Doch die Geschäfte in der Innenstadt haben es schwer.

Hamburg.  Für Schnäppchenjäger gehören sie zu den wichtigsten Tagen im Jahr: der Black Friday (27. November) und der Cyber Monday (30. November). Diese Tage mit Niedrigpreisen haben sich aus dem Internethandel entwickelt, wo Tausende Händler seit Jahren ihre Preise senken, um ihre Umsätze zum Beginn der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts anzukurbeln.

Auch in Hamburg hat sich der Trend durchgesetzt, und der Handel wird in der City und in den Einkaufsmeilen und -passagen entsprechende Angebote machen, ist Brigitte Nolte, Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, überzeugt. Praktisch in allen Branchen, im Elektroniksegment, bei Kleidung, sogar im Lebensmittelhandel rechnet die Branchenexpertin mit Rabatten. „Die Kunden erwarten besondere Angebote“, sagt Nolte, und die Geschäfte müssten darauf eingehen, selbst bei der angespannten Lage während der Pandemie.

Einkaufsbudget ist in der Corona-Krise zusammengeschmolzen

Die Boutiquen und Kaufhäuser versuchen die Kunden zu locken, diese aber sind in Zeiten von Corona nicht so ausgabefreudig wie üblich. Eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners ergab, dass in diesem Jahr gerade einmal die Hälfte der Verbraucher plant, am Black Friday oder dem folgenden Cyber Monday auf Schnäppchenjagd zu gehen. Vor einem Jahr hatten das noch zwei Drittel der Konsumenten vor. Und auch das eingeplante Einkaufsbudget ist in der Corona-Krise zusammengeschmolzen: Im Durchschnitt sind in diesem Jahr „nur“ noch 205 Euro für das Black-Friday-Shopping vorgesehen. Vor einem Jahr waren es noch 242 Euro.

Außerdem, schätzt Brigitte Nolte, werden die Geschäfte in Hamburg nicht so sehr von den Rabatttagen profitieren wie der Onlinehandel. „Die Stände der Weihnachtsmärkte fehlen, Events sind verboten, die Leute sind vorsichtig“, beschreibt sie die Lage in der Hansestadt. In Hamburg rechnet Nolte an den beiden Tagen zusammen mit einem Umsatz von 100 Millionen Euro im Handel. Der Onlinehandel dürfte an diesen Tagen um knapp 20 Prozent zulegen.

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Auch bundesweit sind die Kundenfrequenzen in den Innenstädten seit der coronabedingten Schließung der Gastronomie wieder drastisch eingebrochen. In Hamburg ist die Lage gerade in der Mönckebergstraße besonders düster, denn Traditionshäuser wie Karstadt Sports und Kaufhof mussten hier schließen, sie hinterlassen in der Nähe des Hauptbahnhofs eine große Shopping-Lücke in der City. Der Präsident des Handelsverbandes Textil (BTE), Steffen Jost, klagte bereits vor Kurzem: „Aktuell machen die meisten Geschäfte jeden Tag Verlust, weil die Umsätze nicht einmal mehr die anfallenden Kosten decken.“

Daher fordert auch der Handelsverband Nord unbürokratische Unterstützung für die Einzelhändler, insbesondere in den Stadtzentren. Die staatlichen Novemberhilfen müssten auch für den Einzelhandel geöffnet werden. Zudem sollte der Bund die Kriterien bei den Überbrückungshilfen so anpassen, dass auch Händler mit ihren traditionell geringen Margen davon profitieren können.

( mw )

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