Corona-Krise

Verwirrung um Einreiseregeln für Kanaren-Urlauber

Buchten mit dunkler Lava sind typisch für die Kanaren – wie hier auf Teneriffa.

Buchten mit dunkler Lava sind typisch für die Kanaren – wie hier auf Teneriffa.

Foto: picture alliance

Welcher Test reicht denn nun aus? Selbst deutsche Reiseveranstalter und -büros tun sich mit einer Antwort auf diese Frage schwer.

Hamburg. Noch vor einem Monat blickten die Reisebüros mit ein wenig Hoffnung auf die kommende Wintersaison: Denn seit dem 24. Oktober stehen die Kanaren, eines der wichtigsten Sonnenziele, nicht mehr auf der Liste der Risikogebiete. Rückkehrer, die nach dem Urlaub nach Deutschland einreisen, sind damit von der Corona-Testpflicht befreit. Zuletzt lag die Inzidenz auf Inseln wie Teneriffa, Fuerteventura oder Gran Canaria bei rund 40 Infizierten je 100.000 Einwohner. Damit gelten die Inseln vor der afrikanischen Küste für Deutsche, die praktisch umzingelt sind von Risikogebieten, als relativ sichere Destinationen während der Pandemie.

Doch nun herrscht bei Veranstaltern und Kunden erneut Verwirrung um die Reisebedingungen. Ab dem 23. November, meldet die spanische Zentralregierung, trete eine Verordnung in Kraft, derzufolge bei der Einreise nach Spanien ein negativer PCR-Test vorzulegen sei. Zunächst hatte es noch geheißen, dass Urlauber seit dem vergangenen Sonnabend (14. November) auch im Nicht-Risikogebiet Kanarische Inseln einen negativen Corona-Test nachweisen müssen, wobei aber ein Antigentest ausreichen würde. PCR- und Antigentest unterscheiden sich durch die Genauigkeit und die Schnelligkeit, mit der das Ergebnis verfügbar ist: ein wichtiges Kriterium bei der Reiseplanung für Kanaren-Urlauber, denn zwischen dem Test und der Einreise dürfen maximal 72 Stunden vergehen.

Bleibt die Corona-Sonderregelung für die Kanaren bestehen?

Laut ADAC ist derzeit unklar, ob Antigen-Schnelltests auf den Kanaren auch nach dem 23. November anerkannt werden. Ob die Sonderregelung für die Kanaren bestehen bleibt, werde noch auf politischer Ebene geklärt, heißt es beim ADAC, der selber Reisen ins Ausland anbietet. Auch bei der Hamburger Firma Sanagroup, die Corona-Tests für Reiseveranstalter herstellt, ist die Regelung noch nicht genau bekannt. Die Tui verweist Reiseinteressierte lediglich an offizielle Stellen in Spanien.

Für die Hamburger Reisebüros sind die ständigen Änderungen wegen der Pandemie eine große Herausforderung neben der finanziellen Einbuße durch die schwache Nachfrage. „Wenn wir nicht nur zwei bis drei Buchungen für die nächsten Monate zu bearbeiten hätten, sondern wie üblich 15 bis 20 Kunden pro Tag organisieren müssten, könnten wir diese Fülle an Informationen gar nicht verarbeiten“, sagt Christian Müller vom Reisebüro CM-Reisen in Heimfeld.

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Für die gesamte Wintersaison habe er anfangs noch knapp zehn Buchungen für die Kanaren in den Büchern stehen gehabt. Doch nach und nach bröckeln diese Verträge nun wieder weg. Es gebe Umbuchungen seitens der Airlines, etwa von Hamburg nach Bremen, und Hotels, die geschlossen seien. „Wir hatten Hoffnung für die Saison, aber die Realität sieht anders aus“, sagt Müller.

Auch beim Hamburger Reisebüro Adventure Tours sind die Kanaren mittlerweile nicht mehr als ein winziger Lichtblick. Nur drei Reisen auf die Inseln zählt das Büro in Barmbek – ebenfalls für die gesamte Wintersaison.

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