Schifffahrt

Umstrittener Hafenpräsident Gunther Bonz bleibt im Amt

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Eckt häufig mit dem Wirtschaftssenator an: Gunther Bonz, der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg.

Eckt häufig mit dem Wirtschaftssenator an: Gunther Bonz, der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg.

Foto: Marcelo Hernandez

Wirtschaftsbehörde hätte lieber HHLA-Chefin Titzrath auf dem Posten gehabt. Bonz gibt sich nach seiner erneuten Wahl kooperativ.

Hamburg.  Seit neun Jahren ist der Manager und frühere Wirtschaftsstaatsrat, Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg (UVHH) – und er bleibt es nun für mindestens drei weitere Jahre. Denn die Hafenunternehmen haben ihn erneut an die Spitze gewählt – in einer notariell beaufsichtigten schriftlichen Wahl, weil die öffentliche Vollversammlung wegen der Pandemie ausfallen musste.

Die Zustimmung der Hafenbetriebe für Bonz, der seit 2009 als Generalbevollmächtigter von Eurogate arbeitet, ist groß. Bei nur einer Enthaltung wurde er einstimmig im Amt bestätigt. Wenig erfreut darüber dürfte die Führung der Wirtschaftsbehörde um Senator Michael Westhagemann (parteilos) sein. Sie hatte sich in der Vergangenheit äußerst kritisch über Bonz geäußert und ihm sogar vorgeworfen, er schade dem Ansehen des Hafens.

Kritik an der Hafenbehörde HPA

Bonz war in der Vergangenheit vor allem mit seiner Kritik an der Hafenbehörde HPA angeeckt. Wenn aus Sicht der maritimen Unternehmen etwas schieflief, sprach der Manager gerne deutliche Worte – so kritisierte er Mieterhöhungen für Hafenimmobilien und das HPA-Management beim Reizthema Schlick. Zu einem Eklat kam es schließlich nach einem Abendblatt-Interview im Sommer, bei dem Bonz die HPA erneut harsch anging und dem Senat zugleich vorwarf, dieser habe die Kontrolle über die HPA verloren.

Westhagemann schlug ebenfalls im Abendblatt zurück: „Der Hafen wird schlechtgeredet und damit der Standort Hamburg beschädigt. Da muss man sich schon fragen, ob sich Herr Bonz bewusst ist, welche Auswirkungen eine solche Öffentlichkeitsarbeit auch international hat.“ Und weiter sagte der Senator in Richtung Bonz: „Kritik ist die eine Sache, aber unberechtigte und falsche Behauptungen sind der Sache und der Reputation des Hafens insgesamt nicht dienlich.“

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Es galt unter Hafenkennern als ein offenes Geheimnis, dass man in der Wirtschaftsbehörde auf ein Ende der Amtszeit Bonz’ setzte. Die Hoffnung: Der unbequeme Hafenmanager werde in Rente gehen – und bei Eurogate sowie im UVHH ausscheiden. Doch auch Euro­gate-Chef Thomas Eckelmann hält an Bonz fest, der seit 2010 zudem Präsident des Verbands der europäischen Hafen­firmen Feport in Brüssel ist. Aus Hamburgs größtem Hafenbetrieb HHLA war zu hören, dass die Führung der Wirtschaftsbehörde sogar Vorstandschefin Angela Titzrath darum gebeten habe, gegen Bonz für den Spitzenposten des UVHH zu kandidieren. Die Hafenmanagerin lehnte aber dankend ab.

Bonz selbst gibt sich nach seiner erneuten Wahl kooperativ. „Ich bedanke mich für das Vertrauen und werde weiterhin für die Hafenwirtschaft wirken. Und ich werde dabei auch weiterhin konstruktiv mit der Wirtschaftsbehörde und dem Senat zusammenarbeiten“, sagte er. Und aus der Behörde hieß es am Mittwoch ebenfalls zurückhaltend: „Wir arbeiten eng mit dem Unternehmensverband zusammen und werden das auch in Zukunft tun.“

( mk )

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