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Von Pleite bedroht: Friseur Klier schließt Salons in Hamburg

Die Friseurkette Klier reagiert auf die Corona-Krise und schließt Filialen in Hamburg.

Die Friseurkette Klier reagiert auf die Corona-Krise und schließt Filialen in Hamburg.

Foto: Getty Images

Mehrere Filialen der Klier Hair Group in Hamburg sind betroffen. Beschäftigte seien vorher nicht informiert worden, kritisiert Ver.di.

Hamburg. Vor zwei Monaten hatte sich das Unternehmen unter den Insolvenz-Schutzschirm gerettet, nun sind die ersten Standorte in Hamburg aufgegeben worden. Die Klier Hair Group hat zwei ihrer Friseursalons in der Hansestadt geschlossen. Betroffen sind ein Standort in Billstedt und eine Filiale im Elbe Einkaufszentrum. Sie seien nicht profitabel gewesen, so das Unternehmen.

Zwei weitere Filialen in Hamburg seien im Zuge der Schließung von Kaufhof- und Karstadt-Kaufhäuser aufgegeben worden, teilte ein Sprecher mit. Klier gilt als größte Friseurkette Deutschlands (1350 Salons, 9000 Beschäftigte). In Hamburg waren es bislang knapp zwei Dutzend Filialen der Ketten Frisör Klier, Essanelle, Super Cut sowie Hair Express.

Friseur Klier schließt Salons – Ver.di beklagt rüdes Vorgehen

Die Klier Hair Group hatte im September nach starken Umsatzeinbußen während des Lockdowns im Frühjahr ein Schutzschirmverfahren beantragt und eine Sanierung sowie Kostenreduzierungen angekündigt. Auch das Filialnetz stehe auf dem Prüfstand, hieß es seinerzeit.

Ver.di beklagt ein rüdes Vorgehen bei den Salon-Schließungen in Hamburg: „Die Beschäftigten wurden oft erst am Morgen der Schließung darüber informiert, einhergehend mit ihrer Kündigung“, heißt es bei der Gewerkschaft.

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Die Unternehmensgruppe hatte zuvor Schlagzeilen gemacht, weil sie beim Arbeitsgericht Hamburg die Kündigung von sechs Betriebsrätinnen durchsetzen wollte. Das Gericht entschied allerdings anders. Die Firma hat das Ziel inzwischen aufgegeben. Anträge auf eine Berufung beim Landesarbeitsgericht seien zurückgezogen worden, sagten die Arbeitnehmervertreterinnen dem Abendblatt. Ein Unternehmenssprecher sagte, man habe davon abgesehen, Rechtsmittel einzulegen.