Urlaub in der Sonne

Kanaren – Lichtblick für Hamburgs Reisebüros

Entspannen in der Wärme am Strand von Teneriffa: Gerade im kalten und nassen Winter wünschen sich das auch viele Hamburger.

Entspannen in der Wärme am Strand von Teneriffa: Gerade im kalten und nassen Winter wünschen sich das auch viele Hamburger.

Foto: Andrés Gutiérrez / dpa

Die Inseln gelten nicht mehr als Risikogebiet und werden nun wieder verstärkt gebucht. Das Flugangebot ab Fuhlsbüttel nimmt zu.

Hamburg. Reisen ins Ausland sind nach zahlreichen Beschränkungen für die urlaubshungrigen Deutschen kaum noch möglich. Jeden Tag kommen neue Ziele auf die Risikoliste, zuletzt etwa die Schweiz und italienische Regionen wie Rom oder Sardinien. Für ein besonders beliebtes Sonnenziel wurde die Warnung aber jüngst aufgehoben. Obgleich Spanien ansonsten stark unter der Pandemie zu leiden hat, stehen die Kanaren seit wenigen Tagen nicht mehr auf der Liste der Risikogebiete. Ein Lichtblick für die gebeutelte Reisebranche.

„Das Ende des Risikogebiets Kanaren bedeutet für uns die Hoffnung, doch vielleicht noch die eine oder andere Reise über den Winter zu verkaufen“, sagt Christian Müller vom Reisebüro CM-Reisen in Heimfeld. Bisher habe die Agentur zehn Reisen für den Zeitraum von November bis März für die Kunden gebucht. „Wir hoffen nun, dass diese auch planmäßig stattfinden werden“, ergänzt der Geschäftsführer des Büros im Süden der Hansestadt.

Kanaren haben Coronavirus einigermaßen unter Kontrolle gebracht

Der Grund für die Lockerung: Die Inseln vor der Westküste Afrikas haben es geschafft, das Coronavirus einigermaßen unter Kontrolle zu bringen – und wurden daher von Deutschland von der Liste der Risikogebiete gestrichen. „Die Aufhebung der Reisewarnung für die Kanaren bietet uns die Chance, ein Ziel mit einem warmen Klima für die Wintermonate anzubieten“, freut sich Andreas Folkmann vom Menzell Reisebüro in Hamburg. Es gebe durchaus eine Vielzahl von Kunden, die gerne ein Sonnenziel in diesen trüben Tagen besuchen möchten. „Die Hygienekonzepte der Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Hotels machen dies möglich“, schätzt Folkmann die Lage ein.

„Wir erwarten kurzfristige Buchungen, aber auch Anfragen für die Weihnachtszeit und die Monate Januar bis März“, hofft der Geschäftsführer des Büros in der City. Bei der Agentur seien die ersten Anfragen und Buchungen bereits unmittelbar nach Bekanntgabe der neuen Bedingungen eingegangen. Eine Grundvoraussetzung für Urlaub auf den Inseln, die mit schönen Stränden, Vulkanlandschaften und Wandergebieten locken, seien „zuverlässige Flugpläne und Hotelkapazitäten“, ergänzt Folkmann. Diese bestünden spätestens ab Anfang November.

Auch viele Verbindungen ab Hamburg Richtung Kanaren

Auch etliche Verbindungen ab Hamburg werden ab sofort wieder Richtung Kanaren angeboten: Dabei werden Lanzarote, Teneriffa und La Palma von Condor und Eurowings angeflogen. Fuerteventura und Gran Canaria können Passagiere ab Hamburg zudem bei TUIfly buchen. Bereits am Wochenende trafen nach monatelanger Zwangspause auf den Kanaren wieder etliche Flugzeuge voller Urlauber ein, trotz der Warnungen vieler Regierungen, in Zeiten der Pandemie möglichst auf Reisen zu verzichten. Die Zeitung „El Mundo“ sprach von einem „Ansturm“, vor allem der Briten.

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Auch der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, äußert seine Freude über die Öffnung. Die Atlantik-Inseln seien ein beliebtes Urlaubsziel gerade im Herbst und Winter. Gleichzeitig mahnte Fiebig: „Wir dürfen jetzt nicht zu einem ,Stop-and-go‘ kommen. Das führt zu Verunsicherung auf allen Seiten und insbesondere bei den Reisenden.“ Denn die Entscheidung der Bundesregierung heißt noch nicht, dass man nun unbeschwert den Weihnachtsurlaub unter Palmen buchen kann.

Die Aufhebung der Reisewarnung für Korsika hat zuletzt gerade mal eine Woche gehalten. Der DRV-Präsident fordert zudem eine Test-Strategie für Reiserückkehrer. „Mit dem zielgenauen Einsatz von Tests bei der Einreise nach Deutschland oder noch im Zielgebiet lässt sich die Einschleppung des Coronavirus wirksam eindämmen – und die Flughäfen sind diesbezüglich sehr gut ausgestattet“, argumentiert Fiebig.

Noch fernere Sonnenziele sind aktuell äußerst rar

Die Branche setzt – wie jetzt bei den Kanaren – auf jede noch so geringe Lockerung der Bedingungen für Urlauber, denn die Auswahl an Destinationen ist gering. Neben den Kanaren sind derzeit Reisen zu (ferneren) Sonnenzielen nur auf die Malediven, die Seychellen und nach Kuba möglich. Von Hamburg aus, sagt eine Flughafensprecherin, würden Urlauber derzeit vor allem nach Griechenland, nach Madeira und Zypern fliegen.

Die Umsätze von Reisebüros und Veranstaltern verringern sich derweil weiter, nach einem bereits schleppenden Geschäft im Sommer. „Das Buchungsaufkommen liegt über alle Bereiche gesehen vielleicht bei zehn bis 15 Prozent des Normalniveaus“, bilanziert Christian Müller von CM-Reisen. Aber auch die Wirtschaft vor Ort leidet stark unter den Beschränkungen für Feriengäste. Der Tourismus trägt in Spanien in normalen Jahren mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei.

Auf den Balearen und auf den Kanaren sind es sogar rund 35 Prozent. Die Einheimischen sind erleichtert, dass nun wieder Urlauber kommen. „Es ist eine Freude, wieder diesen Betrieb hier zu sehen“, zitierte am Wochenende die Zeitung „La Provincia“ einen Arbeiter des Flughafens von Las Palmas auf Gran Canaria.

Das sind die kanarischen Inseln
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