Fernbus-Unternehmen

Blablabus stellt Angebot bis zum Frühjahr ein

Christian Rahn, Geschäftsführer von BlaBlaCar Deutschland.

Christian Rahn, Geschäftsführer von BlaBlaCar Deutschland.

Foto: Christoph Soeder / picture alliance/dpa

Auch Hamburg massiv betroffen. Pandemie zwingt französischen Mutterkonzern zum Handeln. Mitfahr-App bleibt aber in Betrieb.

Hamburg.  Wer aktuell auf der Internetseite des Fernbus-Unternehmens Blablabus eine Fahrt buchen möchte, hat Pech. „Wir machen eine Pause“, steht da in großen Buchstaben zu lesen. Und direkt darunter folgt das Versprechen: „Unsere Busse werden im Frühjahr 2021 wieder zurück auf den Straßen sein.“ Ab dem 26. Oktober sollen bundesweit keine Busse mehr unter der Marke unterwegs sein, teilte Geschäftsführer Christian Rahn am Montag mit. Alle Fahrgäste, die bereits Fahrten ab dem 26. Oktober gebucht haben, bekämen eine automatische Stornierung und den Buchungspreis zurückerstattet. „Die globale Pandemie hat unsere Blablabus-Expansionspläne vorerst um ein paar Monate verschoben.“ Langfristig sei es aber weiterhin Ziel, auch das Fernbus-Angebot in Deutschland auszubauen.

Die Marke Blablabus gehört zum französischen Unternehmen Comuto, das in Deutschland vor allem für die Mitfahr-App Blablacar bekannt ist. Blablabus musste aufgrund der Einschränkungen während der Corona-Krise bereits für rund drei Monate das Angebot einstellen, hat aber im Juni den Betrieb wieder aufgenommen.

Mitfahrdienst steht weiter zur Verfügung

Allerdings werde die Mitfahrzen­trale Blablacar deutlich häufiger nachgefragt, hieß es nun. „Daher ist es sinnvoll, sich auf die aktuelle Ausnahmesituation einzustellen und sich verstärkt auf das bevorzugte Angebot zu konzentrieren.“ Der Mitfahrdienst werde weiter zur Verfügung stehen. Über die Blablacar-App können sich die Kunden zu Mitfahrgelegenheiten zusammenschließen. Im Juni vergangenen Jahres ist das Unternehmen auch auf dem Fernbusmarkt in Deutschland eingestiegen, der nach wie vor vom Unternehmen Flixbus dominiert wird. Auch der Marktführer hatte in der Zwangspause im Frühjahr das Angebot eingestellt. „Wir beobachten die Situation mit allergrößter Sorgfalt, stehen in engem Austausch mit den Behörden und setzen beschlossene Maßnahmen um“, teilte ein Sprecher am Montag auf Anfrage mit.

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Blablabus hatte die Konkurrenz mit zum Teil unschlagbaren Preisen herausgefordert. So konnte man noch im Frühjahr – vor dem Lockdown – zum Beispiel für 99 Cent von Hamburg nach Bremen fahren. Und das durchaus mit einem ordentlichen Komfort, wie damals ein Abendblatt-Test ergab. „In der Regel werden neue Reisebusse eingesetzt. Die Sitze sind bequem, verstellbar und mit Sicherheitsgurt ausgestattet. Standardmäßig gibt es Steckdosen, teilweise auch USB-Buchsen, Bord-WC sowie eine Klimaanlage“, hieß es im Testergebnis. Immerhin 21 Städte auf zehn Routen wurden noch im Februar ab Hamburg von Blablabus angesteuert. Damit ist nun erst mal Schluss.

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