TV-Unterhaltungsshow

Höhle der Löwen: Hamburger punktet mit wegweisender Idee

Lars Molter zeigt in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ sein Hightech-Verbindungselement.

Lars Molter zeigt in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ sein Hightech-Verbindungselement.

Foto: FAUSST/TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Lars Molter erfand etwas, womit Schiffe, Autos und Flugzeuge leichter werden. Nico Rosberg und Carsten Maschmeyer steigen ein.

Hamburg. Doppelt hält besser. In der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ konnte der Hamburger Lars Molter gleich zwei Investoren von sich überzeugen. Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg investieren in die Zukunftstechnologie des Unternehmers gemeinsam 500.000 Euro. In der „Höhle der Löwen” kämpfen Investoren wie Maschmeyer, Ralf Dümmel und Georg Kofler um die Gründer mit den besten Geschäftsideen.

Als der Hamburger aufgetreten war, hagelte es Superlative: „Einer der besten Deals“, lobte Judith Williams, „dabei bin ich schon seit der ersten Staffel bei der Show dabei“, sagte die Geschäftsfrau. „Hyconnect ist eine der anspruchsvollsten Innovationen, die in der „Höhle der Löwen“ je präsentiert wurden“, bilanzierte Maschmeyer begeistert.

Molter, ein promovierter Schiffbauingenieur mit akkurat gestutztem Bart, begann seine Präsentation in der Sendung charmant norddeutsch mit einem kurzen und knappen „Moin“ und verhandelte später hart und hanseatisch. Den von den Investoren geforderten Firmenanteil in Höhe von knapp 25 Prozent drückte er in einem spannenden, mehrmals unterbrochenen Redegefecht auf eine gemeinsame Beteiligung von 17,5 Prozent.

„Höhle der Löwen“: Die Idee des Hamburgers

Doch zunächst erklärte der 39-Jährige seine Idee, die neben den Knabbereien oder Kosmetika, die in der Show üblicherweise vorgestellt werden, recht technisch daherkommt: „Wir verbinden Metall und Leichtbauwerkstoffe mit einem Textil. Dieses Textil wird wie ein Schal aus Metall- und Glasfaserfaden gestrickt“.

Der Clou: „Wir verzichten auf das bisher übliche Klebeverfahren, das sehr komplex ist. Mit unserer Idee können Leichtbau-Bauteile geschweißt werden“. Dieses Verfahren soll es der Industrie also ermöglichen, mehr leichtere Materialien einzusetzen, etwa beim Bau von Schiffen, Autos oder Flugzeugen.

„Höhle der Löwen“: Nico Rosberg beißt an

Der ehemalige Rennfahrer Nico Rosberg kennt sich aus beim Thema Leichtbau. „Der Ultraleichtbau ist im Motorsport eines der effektivsten Mittel, um Energie einzusparen und die Leistung zu steigern. Wenn Sie ultraleichte Materialien verwenden, benötigen Sie weniger Energie, um ein Objekt zu bewegen und nutzen den Antrieb optimal aus.

Dieses Prinzip ist gerade auch im Hinblick auf die umweltschonende Mobilität ein entscheidender Faktor,“ argumentierte der Ex-Weltmeister in der Formel 1. Rosberg hält inzwischen mehrere Beteiligungen an Unternehmen, die auf Mobilität und Leichtbau setzen und gründete auch das Greentech Festival, eine globale Plattform für führende grüne Technologien und einen nachhaltigen Lebensstil.

Finanzunternehmer Maschmeyer freute sich zudem über den Doppel-Deal: „Gemeinsam ergänzen wir uns perfekt: Der Gründer bringt exzellentes technologisches Know-how mit, Nico Rosberg seine Erfahrung im Mobilitätsbereich, und wir unterstützen Hyconnect mit unserer Vertriebs- und Marketingerfahrung.“

Lars Molter hat bereits einige Auszeichnungen bekommen

Lars Molter, der in der Sendung mit schwarzem Sweatshirt, schwarzer Hose und weißem Hemd auftrat und die Debatte mit Rosberg und Maschmeyer cool mit den Worten „Ich will jetzt nicht lang schnacken“ auflockerte, ist in Schleswig aufgewachsen. „Es hat mich schon immer auf das Meer hinausgezogen, um Neues kennenzulernen“, sagte der Techniker im Gespräch mit dem Abendblatt kurz vor Ausstrahlung der Sendung. Nicht nur das: Auch die besten Ideen kommen dem Unternehmer am Wasser. „Es fördert meine Kreativität ungemein“, beschreibt Molter sein beliebtestes Arbeitsumfeld.

Die Herkunft aus dem Land zwischen den Meeren und nun die Firma in Hamburg, der Stadt an Elbe und Alster, hat Molters Erfindungsgeist so sehr beflügelt, dass er sich nun mit seiner Idee ins Fernsehen getraut hat. Dabei hat er auch in der Vergangenheit schon mehrere Auszeichnungen und Förderungen für sich verbuchen können.

Während der bisherigen Entwicklungsphase seines „Dübels für den Leichtbau“ unterstützte den Tüftler bereits das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, er erhielt mit seiner dann gegründeten Firma Hyconnect die InnoRampUp-Förderung der Stadt Hamburg, wurde bei den Innovation Awards ausgezeichnet und gewann sogar den Hamburger Reeperbahn Pitch.

Lars Molter mit einer Ode auf Hamburg

Molter, der seit mehreren Jahren in Hamburg lebt und zunächst im renommierten Schiffbau-Forschungszentrum CMT arbeitete, empfindet die Hansestadt als ideales Umfeld für junge Firmen. „Die Stadt bietet Start-ups jede Menge Potenzial“, sagt der Gründer, der selber in Eilbek lebt.

Wie die Expansion der Firma mit bisher zwei Mitarbeitern und dem Fausst genannten Verbindungselement weiter fortschreiten wird, kann Molter derzeit schwer voraussagen: „Wir wollen europaweit im Schiffbau Kunden finden, doch während der Corona-Krise liegt die Branche weitgehend am Boden“. Abnehmer für die Leichtbauweise kämen aus den Bereichen Luxusyachten, Marine- und Kreuzfahrtschiffbau.

Bisher werden die Produkte, die in Halle an der Saale und Süddeutschland gefertigt werden, noch nicht in der Industrie eingesetzt. Denn zunächst benötigt Hyconnect Zertifizierungen, um als Zulieferer agieren zu können. Auch dafür will Molter das Geld aus dem Vox-Deal einsetzen – er muss den Schritt vom Prototypen zur Serienfertigung schaffen.

Der Gründer war bei der Marine und studierte in Kiel

Im Bereich Schiffbau ist Molter seit Längerem zu Hause. Denn nach dem Abitur ging er zunächst zur Marine und wählte dort eine technische Ausbildung. Das Ingenieurs-Studium in Kiel und eine Promotion in Dänemark komplettierten seine Ausbildung. Die Entscheidung, sich bei der „Höhle der Löwen“ zu präsentieren, begründet Molter auch mit dem Neuzugang in der Show, Nico Rosberg.

Die Kontakte des eloquenten Ex-Formel-1-Weltmeisters zu Autozulieferern reizten den Gründer. „In Zukunft wollen wir nicht nur in der Schiffsbranche, sondern auch im Autobau Kunden gewinnen“. Dass Rosberg direkt „angebissen“ hat, freut Molter nun besonders – der Plan des ehrgeizigen Gründers ist wieder einmal aufgegangen.