Corona-Folgen für Wirtschaft

Anton Börner: „Bis Januar werden wir einen Impfstoff haben“

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EuropaAbend mit Abendblatt-Chefredakteur – Videopremiere

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Designierter BGA-Präsident zu Gast beim virtuellen Europaabend des AGA. Börner zeigte sich zuversichtlich.

Hamburg. Ungewöhnliche Zeiten führen zu ungewöhnlichen Formaten, vor allem bei Veranstaltungen. Wegen der Corona-Pandemie musste der diesjährige Europaabend des AGA Unternehmensverbands virtuell stattfinden. Der designierte Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, wurde von Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider auf dem Balkon der Hanselounge interviewt. Das Video ist auch unter www.aga.de abrufbar.

Börner zeigte sich in dem Gespräch zuversichtlich, dass die Wirtschaft bereits das Schlimmste in der Corona-Krise hinter sich hat, und erwartet schon bald einen wirksamen Impfstoff. „Bis Januar werden wir einen Impfstoff haben“, sagte er. Dann werde es noch einige Monate dauern, bis dieser flächendeckend verteilt sei. Börners Prognose: „Bis April sind wir aus dem Gröbsten raus. Das Leben nach Corona wird schneller kommen, als wir glauben.“

Börner übte scharfe Kritik an der Europäischen Union

Der kommende BGA-Präsident, der das Amt bereits zwischen 2001 und 2017 bekleidete und nun nur vorübergehend für ein Jahr einspringt, geht zudem davon aus, dass sich die Zahl der Dienstreisen innerhalb von zwölf Monaten wieder auf Vorkrisenniveau einpendeln wird. „Wirtschaft lebt von der Nähe der Menschen zueinander. Wie wollen Sie als Unternehmer Produkte in Lateinamerika oder Asien verkaufen, wenn Sie nicht vor Ort sind?“, fragte Anton F. Börner. Er lobte die Bundesregierung für ihr Krisenmanagement in der Corona-Krise. „Deutschland hat einen hervorragenden Job gemacht.“ Er sprach sich aber zugleich dafür aus, die Senkung der Mehrwertsteuer für ein weiteres halbes Jahr zu verlängern. „Die bisherigen sechs Monate sind zu kurz.“

Börner übte scharfe Kritik an der Europäischen Union: „Die EU war beim Management der Krise leicht stümperhaft. Jedes Land sieht die Krise national. Corona ist aber nicht national, es ist weltweit. Deshalb müsste man das Virus in Europa gemeinsam bekämpfen.“ Es sei ein „Unsinn par exellence“, dass es keine einheitliche, kompatible Corona-App in Europa gebe. Börners Appell: „Macht doch bitte eine App, die für ganz Europa funktioniert!“

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Im kommenden Jahr hofft der AGA wieder auf einen Europaabend wie in den Zeiten vor Corona. AGA-Präsident Hans Fabian Kruse sagte, er sei „optimistisch, dass wir 2021 wieder mit vielen Gästen feiern können.“ Im AGA-Unternehmensverband sind mehr als 3500 überwiegend mittelständische Firmen aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern organisiert.

( ode )

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