Unternehmen Dyson

Haare machen lassen bei einer Staubsaugerfirma in Hamburg

Stylist Stefano Di Pierro zeigt einer Kundin im neuen Hamburger Beauty Lab, wie der Dyson Airwrap beim Lockendrehen funktioniert.

Stylist Stefano Di Pierro zeigt einer Kundin im neuen Hamburger Beauty Lab, wie der Dyson Airwrap beim Lockendrehen funktioniert.

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services / Marcelo Hernandez

Hersteller Dyson eröffnet eigenen Laden in der Mönckebergstraße – mit Schönheitssalon. Auch andere planen neue Geschäfte.

Hamburg. James Dyson denkt gerne groß. Der Gründer des Hausgeräteherstellers, der mit seinen Staubsaugern bekannt wurde, tüftelte zuletzt sogar an einem eigenen Elektro-Auto. Doch dann wuchs dem Erfinder das Projekt über den Kopf. Das Vorhaben, mit dem er Tesla Konkurrenz machen wollte, wurde eingestellt. Jetzt konzentriert sich Dyson wieder auf alles, was im Haus wichtig ist, auf Saugen, Föhnen und saubere Luft. Mit diesem Sortiment eröffnet der reichste Mann Großbritanniens nun ein eigenes Geschäft in Hamburg.

In bester Lage will das Unternehmen von diesem Wochenende an nicht nur seine bekannten beutellosen Sauger präsentieren, sondern sich auch um die Schönheit der Kundinnen kümmern. In einem eigenen Beauty Lab können sich die Hamburger ab sofort die Haare stylen lassen – gratis.

City Management hält neues Geschäft für wichtiges Signal

„Hamburg und Dyson passen gut zusammen. Hier treffen Weltoffenheit und Fortschritt auf Tradition“, sagt Guillaume Lejarre, Managing Director von Dyson Deutschland, über die Standortwahl des ersten Shops in Norddeutschland an der Mönckebergstraße 10. Wie in einem modernen Museum stehen dort die Dyson-Produkte im Vordergrund – und können ausprobiert werden. So wie die Staubsauger, die schnell mehr als 700 Euro kosten und dennoch zur meistverkauften Saugermarke in Deutschland avanciert sind.

Und dass Saugen und Föhnen einen gemeinsamen Nenner haben, wusste bekanntlich schon Loriot. Unvergessen im kollektiven Kult-Gedächtnis der Deutschen ist der Sketch, in dem Staubsaugervertreter Jürgens bei Frau Hoppenstedt den Einhandsaugbläser Heinzelmann präsentiert, mit den Worten: „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann.“ Bei Dyson gibt es wie bei der komischen Vorlage eine gemeinsame Basis beim Reinigen von Böden und der Haarpflege – die Luft.

Dyson macht gerne viel Wind, könnte man sagen, und auch Stylist Stefano Di Pierro, der am Freitag beim Pressetermin im Shop die Handhabung des Haarstylers Airwrap erklärt, wird technisch: „Wir erzeugen eine Windhose“, sagt der Fachmann und dreht die Haare der Kundin mit dem stabförmigen Gerät in weich fallende Locken.

Eine Behandlung dauert 35 bis 50 Minuten

Der Schönheitssalon sei der erste seiner Art in Deutschland, heißt es bei Dyson. In dem neuen Beauty Lab warten zwei Stylingstationen und ein Waschbecken auf die Besucher. Hier können sie Produkte wie Haartrockner, Haarglätter und den Dyson Airwrap Haarstyler „live“ testen. Dazu gibt es als Wohlfühlprogramm für die Kundin vegane Haarpflegeprodukte und, anders als bei Loriot, wo einige Flaschen Klöbener Krötenpfuhl verkostet wurden, ein Glas Wasser. Die Behandlung dauert 35 bis 50 Minuten.

„Der Service ist vorerst für alle Kunden kostenlos“, sagt ein Sprecher von Dyson. Für die Friseure sei das Angebot dennoch kein Grund, sich Sorgen über die Konkurrenz zu machen, sagte Birger Kentzler von der Hamburger Innung auf Anfrage. „Es ist entscheidend, dass die Menschen unsere Technologie erleben können, damit sie verstehen, wie sie funktioniert“, begründet Guillaume Lejarre die Entscheidung für den Salon.

Bislang gibt es eigene Geschäfte von Dyson in Köln und Oberhausen. Aber auch weitere Shops seien in Planung, heißt es bei dem Technologieunternehmen mit 14.000 Mitarbeitern, die jetzt einen neuen Verwaltungssitz haben: James Dyson hat die Zentrale seiner Firma nach Singapur verlagert, wo sich der Brexit-Unterstützer auch ein Penthouse für 50 Millionen Dollar geleistet hat.

City-Managerin freut sich über den Neuzugang

In Hamburg ist die Freude über den Neuzugang groß. „Die Eröffnung des Flagship Stores von Dyson in der Mönckebergstraße ist ein sehr gutes Signal für die Innenstadt“, sagt Brigitte Engler, Geschäftsführerin des City Management Hamburg. Schließlich belasten neben der Corona-Krise auch die Schließungen bei Karstadt Sports und Kaufhof die Einkaufsmeile. Doch es gibt neben Dyson auch weitere neue Ansiedlungen. „Wir freuen uns auf die Eröffnung von Möbel Hardeck am Gänsemarkt und Anfang Oktober auf die Eröffnung von Uniqlo (Mode) in der ehemaligen Fläche des Bucerius Kunst Forums.“

Weitere Veränderungen in der City: Die Hamburger Hof Parfümerie hat ihr neues Geschäft im Neuen Wall eröffnet, ebenso Petit Bateau, die zuvor am Standort des neuen Dyson-Shops ihre Kinderkleidung verkauften. Weiterhin konnten Slowear mit Herrenmode, die Uhrenmarke Breitling und der Juwelier Rüschenbeck für den Neuen Wall gewonnen werden, ergänzt Brigitte Engler.

Ladage & Oelke habe in eine neue Fläche im Alten Wall investiert, Peek Performance an der Bleichenbrücke einen neuen Store eröffnet. „Damit wird deutlich, dass die Firmen nach wie vor an den stationären Handel und die Hamburger Innenstadt glauben“, ist Brigitte Engler überzeugt. „In Europa scheint Deutschland und damit auch Hamburg ein stabiler Anker für die internationalen Konzepte in der Krise zu sein.“