Hamburg

Warnstreiks bei der Post am Freitag und Sonnabend

Eine Postbotin ist mit dem Rad unterwegs. Am Freitag und Sonnabend wird das in Teilen der Metropolregion nicht der Fall sein.

Eine Postbotin ist mit dem Rad unterwegs. Am Freitag und Sonnabend wird das in Teilen der Metropolregion nicht der Fall sein.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Tarifstreit: Mitarbeiter legen ihre Arbeit in mehreren Stadtteilen und Norderstedt nieder. Wohl etwa 100.000 Haushalte betroffen.

Hamburg. Der Tarifstreit bei der Deutschen Post spitzt sich zu. Am Freitag und am Sonnabend sind bundesweit Warnstreiks geplant. Die Gewerkschaft Ver.di hat für 48 Stunden zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. In Hamburg sollen die Beschäftigten in den Ausstand treten, besonders der Nordosten der Stadt ist betroffen. Auch in Nordniedersachsen soll es in Winsen/Luhe, Harsefeld und Neu Wulmstorf zu Ausfällen kommen, teilte Ver.di dem Abendblatt mit.

Hamburger Stadtteile von Poststreik betroffen

Auswirkungen dürfte es auf die Briefzustellung in Volksdorf sowie die Brief- und Paketzustellung in Finkenwerder und Lohbrügge geben, die in der sogenannten Verbundzustellung durch einen Postboten erfolgt. Im Nordosten dürfte die Paketzustellung stark betroffen sein, weil von der bestreikten Niederlassung in Rahlstedt Pakete in mehrere umliegende Stadtteile transportiert werden.

In Hamburg könnten mehr als 300.000 Sendungen liegen bleiben

Hochrechnungen der Gewerkschaft zufolge könnten an diesem Wochenende bis zu 280.000 Briefe und bis zu 50.000 Pakete liegen bleiben. Im Einzugsgebiet befänden sich 360.000 Haushalte. Von Flensburg bis Füssen werde punktuell gestreikt, hieß es.

Zu den bestreikten Städten in Schleswig-Holstein gehören unter anderem Schleswig, Kiel, Kappeln, Neumünster, Lübeck, Ratzeburg, Mölln, Geesthacht, Tornesch – sowie die Metropolregion Norderstedt. Im Land zwischen den Meeren seien 300.000 Haushalte potenziell betroffen, bis zu 560.000 Briefe und 80.000 Pakete könnten unbearbeitet bleiben.

Am Montag und Dienstag wird wieder verhandelt

„Unser Ziel in dieser Tarifrunde ist ein ordentliches Lohnplus für die Beschäftigten der Deutschen Post AG“, sagte Lars-Uwe Rieck, Ver.di-Fachbereichsleiter Postdienste Nord.

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Die vergangenen Warnstreiks – in Hamburg ist es nun der vierte innerhalb von zehn Tagen – seien nur ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie entschlossen die Beschäftigten ihren Anspruch am Unternehmenserfolg einfordern würden. Der DAX-Konzern hatte im ersten Halbjahr den operativen Gewinn um fast 19 Prozent auf 912 Millionen Euro gesteigert.

Am Montag und Dienstag wird in Kassel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern weiterverhandelt. Für beide Tage seien keine Arbeitsniederlegungen geplant, sagte Rieck und ergänzte: „Wir erwarten von dieser dritten Verhandlungsrunde substanzielle Fortschritte.“ Ver.di fordert für die 140.000 Beschäftigten der Post 5,5 Prozent mehr Geld.