Bankenfusion

Comdirect-Chefin geht – Unklarheit über Jobs in Quickborn

Comdirect-Chefin Frauke Hegemann wird den Commerzbank-Konzern verlassen.

Comdirect-Chefin Frauke Hegemann wird den Commerzbank-Konzern verlassen.

Foto: dpa

Frauke Hegemann bleibt nur noch bis zur Verschmelzung des Online-Geldinstituts mit der Commerzbank. Pressechefin ist bereits weg.

Quickborn. Erst im Januar war Frauke Hegemann bei der Quickborner Direktbank Comdirect von der Personalchefin zur Vorstandsvorsitzenden aufgerückt. Nun hat sie angekündigt, nach der Verschmelzung der Comdirect auf die Muttergesellschaft Commerzbank den Konzern zu verlassen.

Hegemann werde „ihre Karriere nicht im Commerzbank-Konzern fortsetzen“ und nicht von ihrer Rückkehroption in die Commerzbank Gebrauch machen, sondern sich „einer neuen beruflichen Herausforderung“ stellen, teilte Comdirect am Mittwoch mit. Bisher war vorgesehen, dass die 44-Jährige nach der Eintragung der Verschmelzung ins Handelsregister – dies ist nach Angaben einer Comdirect-Sprecherin für das vierte Quartal vorgesehen – Bereichsvorständin bei der Commerzbank wird.

Comdirect und Commerzbank fusionieren

Hegemanns Vorgänger, der langjährige Comdirect-Chef Arno Walter, ist diesen Weg gegangen: Er wechselte als Bereichsvorstand Wealth Management & Unternehmerkunden zur Konzernmutter und leitet dort zudem das Projekt der Integration von Commerzbank und Comdirect. Erst am Montag hatte bei der Quickborner Direktbank die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Annette Siragusano, ihren Abschied mitgeteilt. Sie arbeitete seit zwölf Jahren für Comdirect.

Zum angekündigten Weggang der Vorstandschefin sagte Jochen Sutor, der Aufsichtsratsvorsitzende der Comdirect, Hegemann habe „in diesem sehr anspruchsvollen Jahr“ das Unternehmen und dessen Mitarbeiter mit „menschlichem Feingefühl“ durch eine „intensive Zeit“ geführt.

Folgen der Banken-Fusion für Mitarbeiter unklar

Noch immer ist unklar, welche Folgen die im September 2019 angekündigte Integration der Comdirect in die Commerzbank für die Mitarbeiter haben wird. Zwar soll laut Verschmelzungsvertrag der Standort Quickborn erhalten bleiben, die Mitarbeiter würden von der Commerzbank übernommen. Im ersten Halbjahr 2020 hat die Beschäftigtenzahl derweil um 31 auf 1247 Personen abgenommen.

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In Quickborn direkt waren zur Jahresmitte 1060 Mitarbeiter beschäftigt. Mit der Integration der Onlinebank Comdirect will der Frankfurter Mutterkonzern nach Angaben seines Chefs Martin Zielke – auch er gibt sein Amt spätestens zum Jahresende auf – die Kosten senken und die „digitale Transformation spürbar beschleunigen“. Die Kunden würden „in der Commerzbank mehr Comdirect erleben“, sagte Zielke. Doch nicht alle Kunden dürften das wollen: Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts YouGov haben erst 68 Prozent der Commerzbank-Kunden überhaupt ein Online-Girokonto.