Corona-Krise

9500 Jobs fallen bei MAN weg – auch Hamburg betroffen?

Bei MAN sollen 9500 Stellen wegfallen. Unklar ist noch, ob auch Hamburg betroffen ist.

Bei MAN sollen 9500 Stellen wegfallen. Unklar ist noch, ob auch Hamburg betroffen ist.

Foto: TV Newskontor

Kein Standort könne von vornherein ausgenommen werden, so ein Unternehmenssprecher.

Hamburg.  Volkswagen setzt bei seiner Lkw- und Bustochter MAN in der Corona-Krise noch stärker den Rotstift an als bisher erwartet. Bei MAN Truck & Bus sollen bis zu 9500 Stellen wegfallen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Davon seien alle Unternehmensteile betroffen, hieß es. Bis 2023 soll so eine Ergebnisverbesserung von rund 1,8 Milliarden Euro erreicht werden. Zumindest sind das die „derzeitigen Überlegungen“ des neu formierten Managements. Nun geht es in die absehbar hitzige Diskussion mit den Arbeitnehmern. Teil der Pläne von MAN-Chef Andreas Tostmann ist auch die teilweise Verlagerung von Produktion und Entwicklung.

Möglicherweise werden auch in Hamburg bei MAN Truck & Bus Arbeitsplätze wegfallen. In Stellingen befindet sich ein Servicestandort, der vor allem Reparaturen durchführt. „Welche Standorte, in welchem Umfang betroffen sein werden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, so ein Unternehmenssprecher zum Abendblatt. „Wir können aber keinen Standort von vornherein ausnehmen“. Zunächst müssten nun die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern abgewartet werden.

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Ein großer Stellenabbau steht bei MAN schon länger im Raum

Seit Längerem steht bei MAN ein großer Stellenabbau im Raum, weil die Kosten aus Sicht des Unternehmens schon vor der Corona-Krise zu hoch waren. MAN gehört wie die schwedische Schwestermarke Scania und die brasilianische VW-Tochter Volkswagen Caminhoes e Onibus zur VW-Nutzfahrzeugholding Traton. MAN ist zwar der größere Teil des schweren VW-Nutzfahrzeuggeschäfts, die Profitabilität von Scania ist in aller Regel aber besser, auch weil sich die Schweden auf die großen Schwerlast-Lkw konzentrieren.

Zuletzt war in Medienberichten von der Streichung von rund 6000 der 36.000 Stellen bei MAN Truck & Bus die Rede gewesen. Nach den Vorstellungen der Führungsspitze soll MAN im Zuge des Umbaus bis zur Mitte des Jahrzehnts zu einem führenden Nutzfahrzeughersteller bei Elektro- und Wasserstoffantrieben werden.