Haushaltsdienstleistungen

Wenn der Aufbau des Ikea-Betts Rätsel aufgibt

Ikea-Möbel selbst aufbauen? Das tun sich manche Kunden nicht an.

Ikea-Möbel selbst aufbauen? Das tun sich manche Kunden nicht an.

Foto: picture alliance

Neue Vermittlungsplattform vermittelt Aufbauhelfer für Billy & Co. Auch andere Dienstleistungen werden angeboten.

Hamburg.  Man kann nicht alles selber machen: Schrank aufbauen, Kisten transportieren, die Basisreinigung der Wohnung – manchmal braucht man Unterstützung. Die Ikea-Tochterfirma TaskRabbit bietet solche Haus- und Heimwerkerarbeiten jetzt auch in Hamburg über eine Online-Plattform an. „Wir verbinden Kunden und Dienstleister“, sagt Begüm Zarmann, die bei dem Start-up für den deutschen Markt zuständig ist. Bei TaskRabbit, was so viel wie „Mädchen für alles“ bedeutet, heißen diese Menschen „Tasker“. Hilfe per Mausklick könnte man das Geschäftsmodell auf eine einfache Formel bringen.

Gegründet hat das Portal die ehemalige Google-Managerin Stacy Brown-Philpot 2008 in San Francisco. In den vergangenen zehn Jahren wurden über TaskRabbit nach eigenen Angaben vier Millionen Dienstleistungen gebucht, vor allem in den USA. 2017 hatte der schwedische Möbelkonzern Ikea das Unternehmen übernommen. Seit Herbst 2019 ist das Angebot auch in Deutschland verfügbar. Nach Berlin, Brandenburg und der Rhein-Main-Region inzwischen auch in Teilen Bayerns und in Hamburg.

Einfaches Prinzip

Das Prinzip ist einfach: Man wählt auf der Internetseite eine von mehr als 25 Dienstleistungskategorien. Neben den üblichen Services kann man auch Unterhalter für eine Feier buchen oder jemanden, der Weihnachten die Geschenke für die Familie einwickelt. Als Nächstes gibt man eine Stundenzahl an und ob ein Auto gebraucht wird. Danach erhält man Vorschläge für „Tasker“, die ihre Dienste nach selbst bestimmten Preisen in bestimmten Zeitfenstern anbieten – teilweise auch am selben Tag.

Wer beispielsweise in Ottensen ein Bett oder Billy-Regal von Ikea aufbauen lassen will, kann das ab einem Stundenlohn von 24,70 Euro erledigen lassen. Im Preis sind die 15 Prozent Provision für TaskRabbit enthalten. Auf die Rechnung werden 15 Prozent Sicherheitsgebühr aufgeschlagen. Bezahlt wird per App.

In Deutschland sind nach Angaben von TaskRabbit-Managerin Zarmann bislang 1500 „Tasker“ auf der Plattform angemeldet. Den größten Anteil der Bestellungen machen Möbelmontagen aus. Das liegt daran, dass Ikea den Service inzwischen als Hauptdienstleister bewirbt. Bislang hat der Möbelgigant bei der Aufbauhilfe mit Handwerksbetrieben zusammengearbeitet. Weil oftmals lange Wartezeiten und vergleichsweise hohe Kosten entstanden seien, habe man ein neues Modell gesucht, sagte eine Ikea-Sprecherin auf Anfrage des Abendblatts.

Studenten, Rentner, Handwerker

Die „Tasker“ sind oft Studenten, Rentner aber auch Handwerker – zumeist arbeiten sie nebenberuflich. Um sich registrieren zu lassen, müssen sie ein polizeiliches Führungszeugnis und einen Gewerbeschein vorlegen, sie brauchen ein Smartphone und ein Girokonto. TaskRabbit setzt auf Transparenz durch Kundenbewertungen. „Im Schnitt verdienen die „Tasker“ in Deutschland 26 Euro pro Stunde“, heißt es auf Anfrage des Abendblatts. Die Preise variieren je nach Dienstleistung. Mindestens sollen es aber 11 Euro Stundenlohn sein.

Lesen Sie auch:

Ähnlich wie bei Plattformen wie Book a Tiger oder Helpling basiert das Geschäftsmodell auf Selbstverantwortung der Dienstleister. Rente, Unfall, Steuern – das müssen die „Tasker“ selbst regeln. Die Frage, was passiert, wenn sie in der Wohnung etwas beschädigen, beantwortet das Unternehmen mit einem Zufriedenheitsversprechen. Nutzern werde eine Erstattung von bis zu 10.000 Euro pro Auftrag ermöglicht.