Spitzentreffen

Autogipfel: Zukunftsinvestitionen statt zweite Abwrackprämie

Videografik: Brennstoffzellen - Autofahren mit Wasserstoff

Mit Wind und Sonne erzeugter Wasserstoff soll künftig Kohle, Gas und Öl ersetzen - nicht nur in Deutschlands Fabriken, Autos und Flugzeugen, sondern weltweit. Dieses Ziel verfolgt die Bundesregierung mit ihrer Wasserstoffstrategie. Ein Anwendungsgebiet für die Wasserstoff-Technologie sind Brennstoffzellen-Autos.

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Auch im zweiten Anlauf wird es wohl nichts mit einer Kaufprämie für Verbrenner. Gefördert werden soll stattdessen das autonome Fahren.

Berlin. Auch im zweiten Anlauf ist es nichts mit einer Auto-Kaufprämie für konventionelle Verbrennungsmotoren geworden. Nachdem die Autobauer schon im Juni im Zuge des Konjunkturpakets mit einer Forderung nach Kaufanreizen für Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselfahrzeugen gescheitert waren, heizte vor dem Autogipfel am Dienstagabend die CSU um Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die Debatte neu an.

Doch bei dem zweiseitigen Ergebnispapier, das am Ende der Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Bundesministerin, den Ministerpräsidenten der „Autoländer“ sowie Vertretern der Automobilindustrie und der Gewerkschaft IG Metall stand, taucht eine Subventionierung von Benzin- und Dieselmotoren mit keinem Wort auf.

Autogipfel: Deutschland will führend beim autonomen Fahren werden

Damit Deutschland ein „technologieoffener, global führender Standort für die Automobilindustrie der Zukunft bleibt“, wie es in dem Papier heißt, soll stattdessen bei neuen Antrieben Druck gemacht werden.

Der Ladesäulenausbau der Elektro-Mobilität soll beschleunigt werden, bis Ende des Jahres soll es zudem konkrete Vorschläge zum Markthochlauf alternativer Kraftstoffe wie etwa Wasserstoff geben. Und beim autonomen Fahren setzen sich Politiker und die Industrie das Ziel, dass bis 2022 autonom fahrende Autos in den Regelbetrieb aufgenommen werden.

Harmonische Töne aus der Industrie

Um das gewährleisten zu können, soll der Mobilfunkausbau vorangetrieben und die Infrastruktur fit für die digitale Vernetzung gemacht werden. Ein zentraler Punkt ist aber noch zu klären: Was passiert mit den anfallenden Daten? Fahrzeuge sammeln während der Fahrt jede Menge Daten, bisher ist aber noch nicht einmal geklärt, wem diese überhaupt gehören. Eine stärke Kooperation der Konzerne untereinander soll hier für einen technischen Vorsprung sorgen.

Aus der Industrie waren nach dem Autogipfel harmonische Töne zu vernehmen. VW-Konzernchef Herbert Diess sah „gute Vorschläge“, um Deutschland bei Zukunftstechnologien besser in Position zu bringen. Auch IG Metall-Chef Jörg Hofmann sprach von einem „guten Signal“.

Hofreiter fordert staatliche Hilfen für Zulieferer

Wie den stark angeschlagenen Zulieferern geholfen werden soll, müssen nun Arbeitsgruppen klären. Dabei lautet die Prämisse: Es sollen marktwirtschaftliche Lösungen gefunden werden. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hingegen kann sich auch staatliche Zuschüsse vorstellen. „Gerade die Zulieferer der zweiten und dritten Reihe sollten staatliche Zuschüsse bekommen, „wenn sie auf neue und saubere Technologien setzen und ihre Produktionsstandorte garantieren“, sagte Hofreiter unserer Redaktion.

Dass die Elektro-Mobilität von den Verbrauchern angenommen wird, zeigt die Entwicklung der Neuzulassungen. Laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) verdreifachte sich im August die Zahl der Neuzulassungen von E-Autos. Mehr als jeder achte neu zugelassene Pkw fährt damit elektrisch.

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