Hamburg

Hamburgs erste Messe nach der Corona-Zwangspause

n (M.), Geschäftsführer der Messe Frankfurt, unterhalten sich mit dem Aussteller Ramin Mossapour bei der „Nordstil“.

n (M.), Geschäftsführer der Messe Frankfurt, unterhalten sich mit dem Aussteller Ramin Mossapour bei der „Nordstil“.

Foto: Axel Heimken / dpa

Fachpublikum bei der Lifestyle-Ausstellung Nordstil in Hamburg zugelassen. Strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Hamburg.  Erstmals seit Aufhebung des Corona-Lockdowns hat die Messe Hamburg am Sonnabend wieder für eine Schau ihre Tore geöffnet. Die von der Messe Frankfurt in der Hansestadt veranstaltete Nordstil präsentiert bis Montag einem Fachpublikum aus dem deutschen, niederländischen und skandinavischen Einzelhandel Lifestyleprodukte und Accessoires aus den Bereichen Haus und Garten, Küche und Mode.

Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, Bernd Aufderheide, ist die Schau ein Aufbruchsignal. Die vergangenen Monate seien frustrierend gewesen. „Wir leben von vollen Hallen, als Messemenschen lieben wir Menschen. Und dann zu sehen, die Hallen sind leer, das ist schon echt traurig.“

Branche profitiert vom Daheimbleiben

Auch für die Messe Frankfurt sei es die erste Schau nach monatelanger Zwangspause in Deutschland, sagte Messechef Detlef Braun. Und sie zeige, dass Corona im Bereich Konsumgüter keinen allzu großen Kollateralschaden hinterlassen habe. „Ganz im Gegenteil, die Branche profitiert momentan von dem Daheimbleiben und dem ganzen Trend“, sagte Braun.

Der Hamburger Aussteller Ramin Mossapour bestätigt das. 40 Prozent Umsatzzuwachs habe er in Corona-Zeiten verzeichnet, und das ohne Onlinegeschäft. Nicht nur die Konsumenten hätten die Zeit zum Einrichten und Umdekorieren genutzt, auch die Hotels. Dennoch seien die Messen für ihn sehr wichtig. „Die Kunden wollen kommen, sich die Sachen ansehen und auch wissen, wie sie sich anfühlen.“

Nordstil bringt Geld in die Kasse

Für die Messe Frankfurt sei Corona eine Zäsur gewesen, sagte Braun. „Bei uns hat das ganze vor exakt sieben Monaten begonnen, bei der Ambiente. Da kamen die ersten Anzeichen: Wir hatten 35.000 asiatische Einkäufer weniger.“ Und dann kam der totale Shutdown. Insofern sei die Nordstil die erste Messe, die wieder ein bisschen Geld in die Kasse bringe, sagte Messe-Frankfurt-Geschäftsleiter Stephan Kurzawski.

Die Umsatzeinbußen lägen coronabedingt in diesem Jahr bereits bei rund 300 Millionen Euro. Braun sieht bei den Menschen mittlerweile „eine enorme Sehnsucht nach persönlichen Begegnungen.“ Auf der anderen Seite gebe es aber Verunsicherung und auch Angst, weshalb viele Messen weiter verschoben worden seien. „Wir hoffen, dass 2021 wieder wesentlich besser werden wird.“ Auch Aufderheide hofft auf die Zukunft, dämpft aber die Erwartungen. „Man wird sicherlich noch länger warten müssen, bis wir wieder auf dem Level sind, auf dem wir vor Corona waren.“

Besondere Sicherheitsvorkehrungen

Für die Nordstil gelten wegen der Corona-Pandemie besondere Sicherheitsvorkehrungen. „Wir sind verpflichtet, breitere Gänge einzurichten. Dort, wo es schmalere Gänge gibt, ist Einbahnstraßenverkehr“, sagte Veranstalter Philipp Ferger. Außerdem herrscht Maskenpflicht. Alle Besucher würden vorab registriert und ihre Zahl auch beschränkt. Kamen im vorigen Sommer zur Nordstil noch rund 750 Aussteller in sieben Hamburger Hallen, ist es im Corona-Jahr nicht einmal die Hälfte. „Wir haben drei Hallen und 300 Aussteller“, sagte Ferger.

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Auch am Messestandort Leipzig ist es am Wochenende nach langem Corona-Stillstand wieder losgegangen – mit einer ähnlichen Ausstellung wie in Hamburg. Am Sonnabend öffneten mit der Cadeaux und der Midora zwei Fachmessen für Wohntrends und Uhren auf dem Leipziger Messegelände. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig nannte dies ein Zeichen der Ermutigung. „Das ist ein Zeichen an die Kunden, dass es weitergeht trotz Corona“, sagte der SPD-Politiker bei einem Messerundgang.