Hamburg

Haspa macht keinen Gewinn mehr und baut weiter Personal ab

Haspa-Chef Harald Vogelsang hat die Personalkosten binnen eines Jahres um zehn Millionen Euro gesenkt.

Haspa-Chef Harald Vogelsang hat die Personalkosten binnen eines Jahres um zehn Millionen Euro gesenkt.

Foto: Michael Rauhe / Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Die Pandemie macht der Sparkasse zu schaffen. Das Ergebnis im ersten Halbjahr bricht um 35 Millionen Euro ein.

Hamburg.  Die Corona-Krise und ihre Folgen für die Wirtschaft schlagen auf die Geschäfte der Haspa durch. Deutschlands größte Sparkasse hat im von der Pandemie geprägten ersten Halbjahr keinen Gewinn mehr erwirtschaftet und erwartet auch nicht, dass am Ende des Jahres unter dem Strich ein positives Ergebnis steht, sondern voraussichtlich eine Null. Das geht aus der jetzt von dem Geldinstitut veröffentlichten Halbjahresbilanz hervor.

„Insgesamt wird das Jahresergebnis voraussichtlich ausgeglichen sein“, heißt es in dem Bericht. Im gesamten vergangenen Jahr hatte die Haspa noch 42 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Den größten Teil davon – 35 Millionen Euro – im ersten Halbjahr 2019. Für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende Juni diesen Jahres hingegen steht im Zahlenwerk zur Ertragslage des von Harald Vogelsang gelenkten Kreditinstituts in der Rubrik Ergebnis die Zahl 0 – also 100 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Haspa-Chef Vogelsang: „Wir sind grundsätzlich zufrieden“

„Angesichts der Ausnahmesituation infolge der Corona-Pandemie sind wir mit dem bisherigen Geschäftsverlauf grundsätzlich zufrieden“, heißt es in dem von Vogelsang und seinen vier Vorstandskollegen unterschriebenen Bericht. Bei ihren beiden Haupteinnahmequellen – dem Zins- und dem Provisionsüberschuss – musste die Haspa jeweils Einbußen hinnehmen.

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So fiel der Zinsüberschuss, also der Saldo aus eingenommenen und selbst gezahlten Zinsen, mit 294 Millionen Euro um 36 Millionen Euro (minus elf Prozent) niedriger als im Vorjahreszeitraum aus. Der Provisionsüberschuss zum Beispiel aus Wertpapiergeschäften und der Vermögensverwaltung ging im ersten Halbjahr auch zurück – um drei Millionen auf 161 Millionen Euro zurück.

Modernisierungsprogramm zeitweise gestoppt

Die Corona-Krise habe zeitweise zu umwälzenden Veränderungen in den Arbeitsabläufen geführt, so der Bericht. Die Haspa sei die einzige Filialbank in Hamburg gewesen, die während der Lockdown-Phase im Frühjahr alle Standorte – zum Teil mit eingeschränkten Geschäftszeiten – geöffnet gehalten habe. Zugleich aber seien zeitweise bis zu 1000 Beschäftigte allein dafür eingesetzt worden, bei der Auszahlung von staatlichen Corona-Hilfen an Firmenkunden behilflich zu sein. Das Modernisierungsprogramm Spring („Sparkasse richtig neu gedacht“), in dem die Haspa-Standorte mit hohem Investitionsaufwand zu Nachbarschaftsfilialen umgestaltet werden, wurde Mitte März vorübergehend gestoppt. Seit Anfang Juni werde dieser Weg aber „kraftvoll“ fortgesetzt.

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Die Kundeneinlagen stiegen in den ersten sechs Monaten weiter. Um 900 Millionen auf zuletzt 35,5 Milliarden Euro. Und es sei trotz Corona gelungen, 20.000 Neukunden zu gewinnen, die Zahl der Girokonten belaufe sich auf fast 1,4 Millionen. Ob die Zahl der Kunden und Konten damit gewachsen ist, geht aus dem Bericht jedoch nicht hervor.

Personalkosten deutlich gesenkt

Deutlich reduziert im Vergleich zum Vorjahr hat das Institut hingegen seine Personal- und Sachkosten. Andernfalls hätte die Haspa für das erste Halbjahr einen deutlichen Verlust ausweisen müssen. Bei den Programmen zur Senkung der Mitarbeiterzahl um etwa 1000 und der Reduzierung der Filialen auf etwa 100 kommt die Haspa offensichtlich auch in der Pandemie gut voran.

Die Zahl der Beschäftigten sank binnen Jahresfrist um 200. Die Verwaltungskosten wurden unter anderem durch die Verschiebung von IT-Projekten, um insgesamt gut 20 Millionen Euro gesenkt. Die Hälfte davon wurde beim Personalaufwand eingespart. Im ersten Halbjahr zahlte die Haspa 137 Millionen Euro Lohn und Gehalt. Vor Jahresfrist waren es 147 Millionen Euro gewesen.