Banken

Volksbank und Sparkasse: Geteilte Filialen bewähren sich

Die Cent-Münzen könnten bald verschwinden

Für Händler und Banken sind sie teuer, für Verbraucher lästig: die vielen, kleinen 1- und 2-Cent-Münzen. Eine neue Rundungs-Regel könnte bald zur Abschaffung der Münzen führen.

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Die Volksbanken und Sparkassen haben ein unter dem Namen „Finanzpunkt“ gemeinsame Filialen geöffnet. Warum das Konzept gut ankommt.

Berlin. Der Drang zum Sparen führt in der Finanzwelt zu außergewöhnlichen Allianzen. Als die Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse vergangenen September zahlreiche ihrer Filialen zu „Finanzpunkten“ zusammen gelegt haben, sorgte dies noch für Aufregung.

Mittlerweile findet das Projekt immer mehr Nachahmer. „Regelmäßig kommen Kollegen aus ganz Deutschland zu uns, um sich zu informieren und sich den Finanzpunkt vor Ort anzusehen“, berichten die Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse.

Schon 16 Finanzpunkte eröffnet: Rot steht für Sparkasse, blau für Volksbank

16 von 26 gemeinsamen Filialen haben die beiden Institute bereits eröffnet, bis zum Ende dieses Jahres soll der Aus- und Umbau abgeschlossen sein – und damit ein Jahr früher als zunächst geplant.

Das Neue an dem Konzept: Die beiden Geldhäuser besetzen die Standorte abwechselnd jeweils an zwei Tagen in der Woche. Immer wenn Volksbank-Mitarbeiter vor Ort sind, leuchtet die Anzeige an der Filiale in Blau. Ist die Sparkasse an der Reihe, erscheint das Rot.

In Zeiten, in denen immer mehr Kunden Geldgeschäfte am heimischen Computer oder per Smartphone erledigen, drücken Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse durch ihre Kooperation die Kosten für ihr Filialnetz – manche erhöhen auch die Kosten für ihre Kunden. Mehr dazu: Teure Girokonten: Direktbank ING führt Kontogebühren ein

Geldinstitute sparen: Immer weniger Bankfilialen in Deutschland

„Unsere Kunden verstehen und schätzen die gemeinsame Anstrengung, eine attraktive regionale Infrastruktur aufrechtzuerhalten“, bilanzierte die Vorstandsvorsitzende der zweitgrößten Volksbank Deutschlands, Eva Wunsch-Weber.

In Hessen folgten die Sparkasse Darmstadt und die Volksbank Darmstadt-Südhessen dem Beispiel, in Weiden in der Oberpfalz werden den Angaben zufolge erstmals zwei Finanzhäuser das Konzept komplett übernehmen - samt Name und Optik. Auch an anderen Orten in Bayern sowie in Schleswig-Holstein werde offen über ein solches Kooperationsmodell nachgedacht.

Seit Jahren schrumpft die Zahl der Banken und der Zweigstellen in Deutschland: Ende 2019 gab es laut Bundesbank noch 1717 Kreditinstitute in Deutschland - und damit 66 weniger als ein Jahr zuvor. Auch das Filialsterben setzte sich auf nur noch 26.667 Zweigstellen fort, was einem Rückgang von 1220 entspricht. Sparkassen und Genossenschaftsbanken betreiben zusammen zwei Drittel der Bankfilialen. Unterdessen nutzen immer mehr Menschen auch Supermärkte, um Geld abzuheben. Mehr dazu: Bargeld abheben an der Kasse – Supermärkte als neue Banken? (bk/dpa)