Eppendorf AG

Pipetten aus Hamburg sind in der Corona-Krise heiß begehrt

Eppendorf-Doppelspitze: Eva van Pelt und Peter Fruhstorfer.

Eppendorf-Doppelspitze: Eva van Pelt und Peter Fruhstorfer.

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services / MARCELO HERNANDEZ / FUNKE Foto Services

Der Laborgerätehersteller Eppendorf aus Hamburg profitiert von der Corona-Pandemie und steigert Umsatz um 6,6 Prozent.

Hamburg. Trotzdem – oder gerade deswegen: Der Hamburger Laborgerätehersteller Eppendorf AG hat inmitten der Corona-Pandemie einen Umsatzzuwachs erzielt. Die weltweiten Erlöse der Gruppe zogen im ersten Halbjahr um 6,6 Prozent auf 403,7 Millionen Euro an. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Steuern und Zinsen fiel mit 65,5 Millionen Euro nur geringfügig niedriger aus als im Vorjahreszeitraum (66,7 Millionen Euro) – aufgrund „umfangreicher und anhaltender Investitionen in Wachstum und Technologie an den weltweiten Standorten“, so das Unternehmen.

„Wir sind mit der Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sehr zufrieden“, erklärte Eva van Pelt, seit Ende 2019 eine der beiden Co-Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens. Es stellt unter anderem Pipetten und Pipettierroboter her – Produkte, die bei der Auswertung von Corona-Tests eingesetzt werden.

Eppendorf AG rechnet mit 800 Millionen Euro Umsatz

Das Umsatzwachstum sei im Wesentlichen auf eine „stark gestiegene Nachfrage“ nach solchen Produkten zurückzuführen, so van Pelt. Zugleich sei die Gruppe aber auch von Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft und der Schließung von Universitäten und Forschungslaboren betroffen gewesen. Andererseits: „Unsere Produktion war zu jedem Zeitpunkt vollumfänglich hochgefahren“, sagt Peter Fruhstorfer, die andere Hälfte im neuen Vorstands-Duo der Hamburger.

Die Produktion von Verbrauchsartikeln wie Pipettenspitzen in Oldenburg (Holstein) wird derzeit ausgebaut, die Kapazität soll bis Anfang 2021 um 30 Prozent wachsen. Eine neue Produktionshalle ist in Betrieb, die zweite soll im September folgen. Die Eppendorf-Chefs erwarten, dass die starke Nachfrage bis Jahresende anhält. Ihre Ganzjahresprognose ist dennoch vorsichtig: Sie erwarten gut 800 Millionen Euro Umsatz und 144 Millionen Euro operativen Gewinn – wie schon im Vorjahr.