Reisemarkt

Umsatz bei Duty-free-Händler Heinemann bricht massiv ein

Ein Duty Free Shop der Gebr. Heinemann.

Ein Duty Free Shop der Gebr. Heinemann.

Foto: picture alliance/Bildagentur-online

Hamburger Familienunternehmen reagiert mit einem Sparprogramm auf die Corona-Krise. Geschäftsjahr 2019 mit Plus.

Hamburg.  Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den internatio­nalen Reisemarkt treffen den Duty-free-Händler Gebr. Heinemann schwer.

Für das erste Halbjahr 2020 verzeichnet das Hamburger Familienunternehmen einen Umsatzrückgang von knapp 60 Prozent. Für die Monate März bis Mai und in großen Teilen auch noch im Juni seien alle Einnahmequellen nahezu vollständig versiegt, heißt es in einer Mitteilung. Demnach hat auch im Sommerferien­monat Juli, in dem Reiserestriktionen in Teilen bereits aufgehoben waren, der Umsatz 75 Prozent unter dem Umsatz im Juli 2019 gelegen. Gebr. Heinemann gehört mit weltweit mehr als 300 Duty-free-Shops an Flughäfen und an Grenzstationen zu den führenden Anbietern der Branche.

Diese Pandemie die größte Krise

„Während unserer langjährigen Geschichte haben wir bereits viele Krisen gesehen. Die Ausmaße dieser Pandemie sind bisher unvergleichbar“, sagte Max Heinemann, der als Geschäftsführer die Firma in fünfter Generation gemeinsam mit seinem Vater Gunnar und seinem Onkel Claus Heinemann leitet.

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Der Weg bis zu einer Erholung des Reisemarktes werde sehr lang sein und Jahre dauern. „Als Familienunternehmen denken wir aber in Generationen, nicht in Quartalen“, so Heinemann. Dabei kann der Duty-free-Händler auf ein erfolgreiches Jahr 2019 aufbauen. Gebr. Heinemann erwirtschaftete 4,8 Milliarden Euro Umsatz – das sind 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zum Abschluss 2018, als das Umsatzplus mit 11,4 Prozent angegeben worden war, ist der Zuwachs allerdings geringer ausgefallen. Gebr. Heinemann hat 8000 Mitarbeiter und betreibt Duty-free-Shops an 74 Flughäfen in 28 Ländern mit 40 Millionen Kunden im Jahr. Als Großhändler beliefert das Unternehmen 1000 Einzelhandelskunden in über 100 Ländern, darunter Fähren, Kreuzfahrtschiffe und Militär sowie Shops in zollfreien Zonen vom Vatikan bis Helgoland.

Sparprogramm gestartet

In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen ein Sparprogramm gestartet, um die fehlenden Umsätze durch die Corona-Krise zu bewältigen. Unter anderem konnte der Händler Mietreduzierungen aushandeln. „Bei den Personalkosten konnten durch die Inanspruchnahme von staatlichen Fördermitteln und Stellenstreichungen im ersten Halbjahr Einsparungen in Höhe von knapp über 30 Prozent erzielt werden“, sagte Finanzvorstand Stephan Ernst. Auch langfristig will das Unternehmen weiter Personal abbauen.