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Aldi, Lidl & Co.: Diese Marken stecken hinter Eigenmarken

Aldi und Lidl: Diese vier Dinge muss man über die Discounter wissen

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Oft stecken hinter günstigen Eigenmarken von Aldi, Lidl und anderen Supermärkten Produkte bekannter Marken. Wie erkennen Sie diese?

Berlin. 
  • Discounter und Supermarktketten wie Aldi, Lidl und Rewe bieten ihre Eigenmarken meist sehr viel günstiger an als teure Markenprodukte
  • Dabei steckt hinter einer anderen Verpackung oft ein und das selbe Produkt
  • Wie zeigen, wie erkennen können, ob sich hinter günstigen No-Name-Produkten teure Original verbergen

Butterkekse von Aldi schmecken genauso gut wie echte Leibniz-Butterkekse, ist sich manch einer sicher. Echte Meggle-Kräuterbutter muss es auch nicht sein, die Ja!-Kräuterbutter von Rewe tut es doch auch. Und ob es wirklich der teure Krüger-Cappucino sein muss, wenn es auch der von Lidl tut?

Dass Discounter und Supermarktketten ihre Eigenmarken meist sehr viel günstiger anbieten als teure Markenprodukte, obwohl es sich häufig um das gleiche Produkt handelt, ist den meisten Verbrauchern bekannt. Aber woran erkennt man, welcher Hersteller hinter den No-Name-Produkten steckt? Ist in den preiswerteren Eigenmarken wirklich genau das gleiche drin wie in den kostspieligeren Pendants? Wir geben einen Überblick:

Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Co. – Welcher Hersteller steckt hinter den Eigenmarken?

Im fettarmen Joghurt von „Ja!“ (Rewe) steckt Joghurt der Firma Bauer. Den Frischkäse von „K Classic“ (Kaufland) stellt Karwendel her, der auch den Exquisa-Frischkäse produziert. Und sowohl die „Scholetta Riesen Schokoküsse (Aldi Nord) als auch die „Choceur Riesen Schokoküsse“ (Aldi Süd) kommen aus derselben Firma, die auch die originalen Dickmann’s herstellt.

Solche Beispiele lassen sich zuhauf finden. Einen umfassenden Überblick darüber, welche No-Name-Produkte von welchen Herstellern produziert werden, liefert eine Liste auf der Internetseite wer-zu-wem.de.

Wie kann ich selbst herausfinden, welcher Hersteller die No-Name-Ware produziert?

Auch wenn auf den ersten Blick kaum erkenntlich ist, welcher Markenhersteller für die Produktion von No-Name-Lebensmitteln verantwortlich ist, gibt es ein paar Tricks, die zumindest Hinweise auf den Hersteller liefern. Mit ein wenig Recherche lässt sich so in einigen Fällen herausfinden, zu welchem namenlosen Produkt man greifen muss, um nicht den Markennamen mitzubezahlen.

  • Bei Fleisch-, Fisch- und Milchprodukten aus der EU lohnt es sich, einen Blick auf die Veterinärkontrollnummer zu werfen.
  • Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die Betrieben zugeordnet ist, die mit tierischen Lebensmitteln handeln, sie verarbeiten oder umpacken.
  • Auf der Webseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit findet man über ein Suchformular den entsprechenden Betrieb, der zur Veterinärkontrollnummer gehört.
  • Auch die Anschrift des No-Name-Herstellers kann einen Hinweis auf den Markenhersteller geben.

Denn googlet man die Hersteller-Adresse, die sich auf der Verpackung einer günstigen Handelsmarke findet, und erhält als Treffer den Namen eines Markenherstellers, kann man davon ausgehen, dass der No-Name-Hersteller dessen Tochterunternehmen ist.

Mit dem Vertrieb der Handelsmarken über Tochterunternehmen verhindern Markenhersteller, mit den günstigen No-Name-Produkten in Verbindung gebracht zu werden.

Eine dritte Recherchemöglichkeit liefert das Deutsche Patent- und Markenamt auf seiner Website: Dort lässt sich im Markenregister nach dem Inhaber der Handelsmarke suchen, also dem Hersteller, der hinter dem No-Name-Produkt steckt.

Markenprodukt vs. Handelsmarke – Steckt das gleiche drin?

In einigen Fällen steckt tatsächlich in den Handelsmarken genau die gleiche Ware, die auch als Markenprodukt verkauft wird. Dann unterscheiden sich teure Marke und kostengünstige No-Name-Variante lediglich in der Verpackung.

Tatsächlich variieren die Hersteller allerdings häufig die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe leicht, etwa durch leicht veränderte Zutatenmengen. Der Verbraucher dürfte davon in der Regel kaum etwas mitbekommen – weder geschmacklich noch was die Qualität betrifft.

Gleiches Produkt – unterschiedlicher Preis: Was steckt hinter der Strategie?

Als Verbraucher fragt man sich nun vielleicht, warum Hersteller, Supermärkte und Discounter das gleiche Produkt zu unterschiedlichen Preisen und in verschiedenen Verpackungen anbieten. Die Strategie dahinter ist leicht erklärt.

  • Die Markenprodukte unterliegen den Preisvorgaben der Hersteller, im Vertrieb gibt es beim Preis nur wenig Gestaltungsmöglichkeiten.
  • Daher werden Markenprodukte zwar teuer, aber meist weniger verkauft.
  • Anders ist es bei den Eigenmarken. Supermärkte und Discounter haben bei deren Preisen viel mehr Mitgestaltungsspielraum.
  • Durch den günstigen Preis wird die Ware besser verkauft. Es können höhere Margen erzielt werden.

Teures Original und günstige Kopie: Gibt es das nur bei Lebensmitteln?

Nein, die Strategie, sowohl teure Markenware als auch das gleiche Produkt als kostengünstige No-Name-Variante anzubieten, verfolgen Discounter und Supermärkte, aber auch Drogeriemärkte in anderen Bereichen, etwa bei Haushaltsprodukten und Kosmetik.

Beispiele lassen sich auch hier zuhauf finden. So stellt die Dalli Group nicht nur das gleichnamige Waschmittel und die Dash-Waschpulver her, sondern auch die Aldi-Marke Tandil. Und der Hersteller der Solo-Taschentücher von Aldi Nord ist der gleiche, der auch die originalen Tempos produziert. (jkali)

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