Corona-Pandemie

Lufthansa und Flugbegleiter einigen sich auf Sparpaket

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat eine Baustelle weniger.   Foto: dpa

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat eine Baustelle weniger. Foto: dpa

Foto: Arne Dedert / dpa

Flugbegleiter haben mit einer Mehrheit von 87,9 Prozent dem entsprechendem Krisen-Tarifvertrag zugestimmt.

Hamburg.  Die Lufthansa hat mit einer ersten Mitarbeitergruppe konkrete Sparvereinbarungen erreicht, mit denen die Corona-Krise überwunden werden soll.

Die Flugbegleiter haben in einer Urabstimmung der Kabinengewerkschaft Ufo mit einer Mehrheit von 87,9 Prozent dem entsprechenden Krisen-Tarifvertrag zugestimmt, wie Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies am Sonnabend mitteilte.

Verhandlungen mit Bodenpersonal abgebrochen

Mit den Piloten hat sich Lufthansa hingegen noch nicht geeinigt und beim Bodenpersonal sogar die Verhandlungen abgebrochen. Die Gewerkschaft Ver.di sei aufgefordert, mit neuen Vorschlägen zu signifikanten Personalkosteneinsparungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren, hieß es hier. Die angebotenen Einsparungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro beim Bodenpersonal reichten zur Bewältigung der sich verschärfenden Krise nicht aus.

Ohne Deal 2600 Stellen weniger bei den Kabinen-Crews

Ohne die Vereinbarung zu den Flugbegleitern hätten 2600 Stellen bei den Kabinen-Crews der Kerngesellschaft Lufthansa gestrichen werden müssen. Auf die rund 22.000 Flugbegleiter kommen nun Nullrunden, zusätzliche Teilzeit und ausgesetzte Versorgungsleistungen zu. Dafür gibt es laut Ufo einen Beschäftigungsschutz bis Mitte 2024. Das Einsparvolumen liege unter 25 Prozent der Kosten. Wichtige Details zur genauen Ausgestaltung sind allerdings noch offen. Baublies verlangte vom Unternehmen zügige Gespräche und konkrete Vorschläge. Der Ufo-Vorstand hat sich daher zusätzlich ein Mitgliedervotum geben lassen, auch zu einem späteren Zeitpunkt zu Arbeitskampfmaßnahmen greifen zu können. Lufthansa kann den Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen kündigen, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen dramatisch verschlechtern sollten.

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Der teilverstaatlichte Lufthansa-Konzern hatte nach dem Corona-Einbruch seinen weltweiten Personalüberhang auf 22.000 Vollzeitstellen beziffert, von denen rund 11.000 auf Deutschland entfallen. Der Konzern rechnet mittelfristig mit einer um 100 Jets verkleinerten Flotte und entsprechenden Personalüberhängen.