Krise

Corona: Tui bekommt weitere Milliardenhilfe vom Staat

Coronatests für Reisende aus Risikoländern sind nun Pflicht

Wer aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland kommt, muss sich jetzt bei der Einreise auf das neuartige Virus testen lassen. Eine entsprechende Verordnung stellte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kürzlich in Berlin vor.

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Tui soll weitere staatliche Hilfen in Milliardenhöhe erhalten. Die Reisebranche leidet unter der Corona-Krise wie kaum eine andere.

Hannover. Der Reisekonzern Tui soll weitere staatliche Hilfe erhalten, um seine Verluste durch die Corona-Pandemie besser ausgleichen zu können. Unter anderem werde dabei ein schon bestehender Kredit der Förderbank KfW um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte.

Tui hatte bereits ein erstes Hilfsdarlehen über 1,8 Milliarden Euro zugesprochen bekommen. Weitere 150 Millionen Euro sollen über die Konstruktion einer Wandelanleihe fließen, die das Unternehmen an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) ausgeben will.

Dieser könnte sich bei einer Umwandlung in Aktien dann mit bis zu neun Prozent an Tui beteiligen. Die Ausgabe der Anleihe sei eine der vereinbarten Rahmenbedingungen für die weitere Hilfe, hieß es. Die Touristikbranche gehört zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Wirtschaftszweigen. Tui braucht das Geld, um die weitere Finanzierung nach rund drei Monaten Geschäftsausfall zwischen Mitte März und Mitte Juni zu sichern. Die verzögerte Sommersaison läuft erst seit Juni.

Tui: Stellenstreichungen und geringere Investitionen

Tui fährt schon einen harten Sparkurs mit Stellenstreichungen und geringeren Investitionen, erwartet aber erst in mittlerer Frist eine Erholung. „Das Stabilisierungspaket über 1,2 Milliarden Euro stärkt die Position des Konzerns, indem es ausreichend Liquidität in einem volatilen Marktumfeld zur Verfügung stellt“, erklärten die Hannoveraner. „Damit werden sowohl die touristische Saisonalität im Winter 2020/21 sowie weitere längerfristige Reisebeschränkungen und Beeinträchtigungen durch Covid-19 abgedeckt.“

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Anfang April hatte ein Bankenkonsortium den Weg für den ersten staatlich abgesicherten Großkredit zur Dämpfung der Pandemie-Folgen frei gemacht. Tui ergänzte damit ein bestehendes Darlehensprogramm, blieb jedoch auf der Suche nach Wegen, um die Finanzkraft zu erhöhen. Vorstandschef Fritz Joussen hatte angedeutet, dass die bisherigen Summen trotz paralleler Einsparungen nicht ausreichen könnten. Die Tui-Gruppe kündigte an, bis zu 8000 Jobs vor allem im Ausland zu streichen.

900 Vollzeitstellen könnten wegfallen

Außerdem soll die Flotte ihrer Airline Tuifly um über die Hälfte verkleinert werden - dabei könnten dem Vernehmen nach 900 Vollzeitstellen wegfallen sowie mehrere Standorte geschlossen werden. Management und Belegschaft beraten nun über Details der Umsetzung. Gewerkschaften kritisieren die Kürzungen: Die Konzernführung habe es in den vergangenen Jahren versäumt, hinreichende Rücklagen zu bilden und dafür hohe Aktionärsdividenden ausgeschüttet. Zudem dürfe man mit Hilfe staatlichen Geldes durch den KfW-Kredit keine Jobs abbauen.

Mit der weiteren staatlichen Milliardenhilfe für den Reisekonzern Tui soll nach Darstellung der Bundesregierung auch den Beschäftigten eine Perspektive gegeben werden. Sinn der Maßnahme sei es, dem Unternehmen durch die Corona-Krise zu helfen, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Mittwoch in Berlin.

(dpa/amw)

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