Fast-Food-Konzern

Wegen Affären: McDonald’s verklagt früheren Chef Easterbrook

Verkehrschaos nach McDonald's-Wiedereröffnung in England

Im englischen Watford haben begeisterte Kunden nach der Wiedereröffnung des McDonald's-Restaurants für ein veritables Verkehrschaos gesorgt. Das Schnellrestaurant musste sogar die Abgabe der Speisen und Getränke begrenzen.

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Steve Easterbrook soll den Konzern belogen und mehrere Affären gehabt haben. Nun fordert McDonald’s die Millionen-Abfindung zurück.

Chicago. In November vergangenen Jahres wurde Steve Easterbrook wegen einer Affäre am Arbeitsplatz als Chef von McDonald’s entlassen. Nun hat der Fast-Food-Konzern den 53-Jährigen verklagt – weil er weitere Beziehungen in der Firma gehabt und darüber gelogen habe, wie McDonald’s am Montag erklärte.

Neue Informationen würden zeigen, dass Easterbrook das Unternehmen „belogen“ und „Beweise für unangemessenes persönliches Verhalten zerstört“ habe. McDonald’s will nun das millionenschwere Abfindungspaket rückgängig machen, das Easterbrook bei der Kündigung im November noch bekommen hatte. Sie hatte einer Schätzung zufolge einen Wert von rund 40 Millionen Dollar.

Früherer McDonald’s-Chef hatte gegen Richtlinien des Konzerns verstoßen

Der Konzernchef war Ende 2019 wegen einer einvernehmlichen Affäre innerhalb des Unternehmens gefeuert worden. Der Brite hatte damit gegen die Richtlinien von McDonald’s verstoßen. Easterbrook selbst räumte damals einen „Fehler“ ein. Das Beschäftigungsverhältnis war beendet worden, ohne dass ein konkretes Fehlverhalten als Kündigungsgrund genannt worden war. Deswegen hatte er eine Abfindung erhalten.

Durch einen Angestellten-Bericht und eine folgende Untersuchung seien aber neue Informationen ans Licht gekommen, erklärte der Konzern. Easterbrook habe vor seiner Entlassung „sexuelle Beziehungen“ mit drei weiteren Angestellten geführt.

Außerdem habe er einer der Personen, mit der er eine Affäre hatte, Aktienoptionen im Wert von mehreren Hunderttausend Dollar gewährt. „Hätte der Vorstand von diesen Informationen gewusst, hätte er nicht den Inhalten des Auflösungsvertrags zugestimmt“, erklärte McDonald’s. Easterbrook äußerte sich am Montag zunächst nicht zu der Klage.

McDonald’s ist unter Steve Easterbrook gewachsen

„McDonald“s toleriert von keinem Mitarbeiter Verhalten, das nicht unsere Werte widerspiegelt“, erklärte Easterbrooks Nachfolger Chris Kempczinski. Das Vorgehen gegen den früheren Konzernchef zeige dabei die Entschlossenheit des Unternehmens.

In vielen börsennotierten US-Konzernen gelten strenge Regeln für Affären am Arbeitsplatz, so auch bei McDonald’s. Der Brite Easterbrook, der geschieden ist und drei Kinder hat, hatte den Spitzenposten beim Fast-Food-Giganten im März 2015 vom glücklosen Vorgänger Don Thompson übernommen.

Unter Easterbrook gelang es McDonald’s, Kunden und Marktanteile zurückzugewinnen, auch wenn es der Branchenführer im umkämpften US-Heimatmarkt weiterhin mit harter Konkurrenz zu tun hatte.

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(mbr/afp/dpa)