Corona-Krise

Wo gibt es noch freie Plätze für einen Hausboot-Urlaub?

Familienurlaub - die schönsten Alternativen abseits von Hotels und Ferienwohnungen

In diesem Jahr ist der Urlaub besonders für Familien wichtig. Durch das Coronavirus ist allerdings Abwechslung gefragt. Das sind die schönsten 4 Alternativen zu konventionellen Hotels.

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Urlaub in Deutschland liegt in der Corona-Krise im Trend. Sehr Beliebt sind auch Hausboote. Wo und wann gibt es noch freie Plätze?

Berlin. Urlaub in Deutschland liegt in der Corona-Krise im Trend – in der Heimat ist das Infektionsrisiko vergleichsweise überschaubar und es droht keine Quarantäne bei der Rückkehr. Dementsprechend hoch ist die Nachfrage nach Unterkünften. Hotels und Ferienwohnungen sind weitgehend ausgebucht. Hausboote sind eine beliebte Alternative. Doch zumindest kurzfristig geht hier auch kaum noch was.

Der coronabedingte Trend zum Urlaub in Deutschland hat auch den Hausboot-Vermietern zwischen Berlin und der Ostsee eine nie dagewesene Na chfrage beschert. Bis Ende August sind die meisten Boote an Havel, Müritz und Co. ausgebucht.

Hausboot-Urlaub: Hier ist er noch möglich

„Wir kommen derzeit an unsere Kapazitätsgrenzen“, sagt etwa Dagmar Rockel, Sprecherin des Anbieters Kuhnle mit Hauptsitz in Rechlin im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte mit mehr als 100 Mitarbeitern. „Ab Mitte September ist bei uns erst wieder etwas frei“, heißt es bei dem Anbieter sowie bei Le Boat bei Rheinsberg in Brandenburg.

Und Steffen Schulz, Geschäftsführer von Bootsurlaub.de in Waren an der Müritz, stellt fest: „Derzeit könnten wir das Drei- bis Vierfache an Schiffen vermieten.“ Die drei Anbieter haben von Zeuthen bei Berlin bis zur Ostsee 13 Häfen mit Ausleihstationen und fast 400 Booten, auf denen Hobbykapitäne derzeit die Ruhe der Flüsse und Seen genießen.

Corona-Pandemie verpatzt den Saisonauftakt

Während das Geschäft jetzt läuft, hat die Corona-Pandemie auch den Hausboot-Anbietern zum Saisonauftakt große Sorgen bereitet. Während des Lockdowns mussten auch sie ihren Betrieb zeitweise einstellen und damit auf Einnahmen verzichten. Die Ausfälle von Mitte März bis kurz vor Pfingsten seien noch nicht aufgeholt.

Steffen Schulz ist dennoch optimistisch: „Buchungstechnisch sieht es aber so gut aus, dass wir das im Herbst aufgeholt haben könnten.“ Es dürfte aber keinen Corona-Infektionen oder eine erneute Landessperrung, wie im Frühjahr in Mecklenburg-Vorpommern, dazwischenkommen.

Hygienemaßnahmen sorgen für zusätzliche Kosten

Zudem bedeutet Corona derzeit viel zusätzlichen Aufwand. Hunderte Desinfektionsflaschen und Pumpspender, neue Industriewaschmaschinen und zusätzlicher Einweisungsaufwand. „Wir müssten bei einem großen Boot, was 3000 Euro die Woche kostet, eigentlich zehn Prozent mehr nehmen“, sagt Kuhnle-Sprecherin Rockel. Das sei aber nicht drin. So ist es im Hausboot auf der Müritz: Mein Haus. Mein Boot. Mein Urlaub

Die Urlauber seien anspruchsvoll. „Wir müssen schon aufpassen, dass sich die Beschäftigten auch noch genug erholen können“, sagt die Fachfrau.

Am liebsten buchen die Urlauber Sieben-Tage- oder Drei-Tage-Fahrten, sagt eine Sprecherin von Le Boat in der Marina Wolfsbruch an der Landesgrenze Brandenburgs. Im Zuge der Corona-Krise wurde der Standort Jabel bei Waren geschlossen. Die Gäste schipperten aber gern in den Rheinsberger Gewässern herum oder in Ruhe nach Süden über die Havel nach Potsdam, wo die nächste Basis liegt.

„In der Hochsaison waren wir sonst auch ausgebucht“, sagt Rockel. In diesem Jahr hätte man die doppelte Zahl an Booten vermieten können. Aber dann bräuchte die Firma mehr Mitarbeiter, dass sei bereits schwierig. Mit Hilfe von Kurzarbeit haben die Vermieter das Frühjahr überbrückt, aber „das waren ganz unsichere Zeiten“. Deshalb hält sie wenig davon, jetzt bereits davon zu sprechen, dass entgangene Buchungen bald aufgeholt sind.

Hausboote im September zu 80 Prozent ausgebucht

Um den Einweisungsaufwand gering zu halten, schickt Schulz von Bootsurlaub.de seinen Kunden bereits vor der Anreise ein Video zu, mit dem sie die Handhabung der Hausboote erlernen sollen. 90 Prozent seiner 150 Schiffe sind führerscheinfrei nutzbar. Am liebsten buchen die Hobbykapitäne hier Zwei-Paar- oder Ein-Paar-Boote. Der September sei schon zu 80 Prozent voll. „Die großen Boote mit bis zu zehn Leuten werden in der Vor- und Nachsaison aber schwieriger voll.“

Wer noch Anfragen hat, dem empfehlen alle Anbieter Geduld und Kommunikation per E-Mail. Wegen der hohen Nachfrage könne es einige Zeit dauern, bis jemand ans Telefon gehen kann, ist auf allen Internetseiten zu lesen.

Kunhnle-Sprecherin Rockel schlägt Interessierten vor, auch einen Bootsurlaub in Frankreich in Erwägung zu ziehen. Am Standort in Niderviller am Rhein-Marne-Kanal, knapp eine Autostunde von der deutschen Grenze entfernt, sehe es noch etwas übersichtlicher aus. Touristen aus Deutschland lassen unterdessen auch die Nachfrage an seiner Basis in Polen wieder steigen, sagte Schulz. Wenn Kanada die Grenze für Touristen aus Europa wieder öffnet, könnte auch dieses Land ein interessantes Ziel für Hausboot-Begeisterte sein.

(aky/dpa)