Auswertung

Tag des Bieres: Für welche Sorten die höchste Steuer anfällt

Corona: Das sind die Regeln im Biergarten

Gemeinsam mit Freunden ein Bier trinken - das geht jetzt wieder trotz Corona. Die Bundesländer haben aber unterschiedliche Regeln, was in Biergärten und Restaurants erlaubt ist.

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Die Biersteuer fällt je nach Sorte unterschiedlich aus. Für welche Biersorte am meisten Steuern anfallen – und wer davon profitiert.

Berlin. Traditionell wird am ersten Freitag im August der Internationale Tag des Bieres gefeiert. Heute ist es also so weit, und einige Brauhäuser und Biergärten bieten spezielle Aktionen an. Doch bei vielen herrscht Katerstimmung.

Nicht nur, dass manche Veranstaltungen aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden werden, die Pandemie hat den Deutschen offenbar auch die Lust auf das kühle Blonde verdorben.

302,5 Millionen Liter Bier tranken die Deutschen im ersten Halbjahr – im Vorjahreszeitraum waren es noch 6,6 Prozent mehr gewesen. Vor allem im April (-17,3 Prozent) und im Mai (-13 Prozent) machten geschlossene Kneipen und abgesagte Feste den Brauereien zu schaffen.

Bier: Diese Bundesländer profitieren am meisten von der Biersteuer

Aber nicht nur die Brauereien spüren Einbußen, auch bei den Bundesländern kommt weniger Geld an. Denn an sie fließen die Einnahmen aus der Biersteuer. 617,4 Millionen Euro nahmen die Bundesländer im vergangenen Jahr darüber ein. Am meisten profitierte dabei Nordrhein-Westfalen, wie aus einer Analyse des Steuer-App-Unternehmens Taxando hervorgeht, die unserer Redaktion vorliegt.

Dort gingen über 151,1 Millionen Euro an den Fiskus. Bayern nahm rund 150,4 Millionen Euro ein, Sachsen rund 60,3 Millionen Euro. Die geringsten Steuereinnahmen verzeichneten Berlin (14 Mio. Euro), das Saarland (9,6 Mio. Euro) und Hamburg (5,6 Mio. Euro).

So viel nahmen die Bundesländer durch die Biersteuer ein:

  1. Nordrhein-Westfalen: 151,14 Millionen Euro
  2. Bayern: 150,43 Millionen Euro
  3. Sachsen: 60,26 Millionen Euro
  4. Baden-Württemberg: 39,49 Millionen Euro
  5. Niedersachsen: 28,86 Millionen Euro
  6. Rheinland-Pfalz: 26,97 Millionen Euro
  7. Mecklenburg-Vorpommern: 22,37 Millionen Euro
  8. Schleswig-Holstein: 21,55 Millionen Euro
  9. Thüringen: 20,49 Millionen Euro
  10. Brandenburg: 18,69 Millionen Euro
  11. Hessen: 16,28 Millionen Euro
  12. Sachsen-Anhalt: 16,13 Millionen Euro
  13. Bremen: 15,46 Millionen Euro
  14. Berlin: 14,00 Millionen Euro
  15. Saarland: 9,55 Millionen Euro
  16. Hamburg: 5,61 Millionen Euro

Auf Bockbier wird am meisten Steuer fällig

Die Biersteuer ist abhängig vom Grad der Stammwürze. Der ist laut Taxando beim Bockbier am höchsten, pro Hektoliter werden 13,50 Euro an Steuern fällig. Auf den Kasten mit 20 Halbliterflaschen gerechnet macht das 1,35 Euro. Weizenbier-Fans zahlen für dieselbe Kastengröße 97 Cent Steuern, für den Kasten Dunkles werden 92 Cent Steuern fällig. Günstig ist es für Radler-Trinker: Sie zahlen 71 Cent Biersteuer pro Kasten.

Noch günstiger ist es aber für Konsumenten von alkoholfreiem Bier, das nicht der Biersteuer unterliegt. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2019 4,2 Millionen Hektoliter alkoholfreies Bier produziert. Seit 2009 hat sich die Menge damit nahezu verdoppelt.

Mehr zum Internationalen Tag des Bieres:

Die Corona-Krise hat den Bierkonsum in Deutschland stark sinken lassen. Grund dafür sind vor allem die zur Hochphase der Pandemie geltenden Einschränkungen in der Gastronomie sowie ausgefallene Veranstaltungen. Denn nachdem zuerst vor allem Klopapier gehamstert wurden, deckten sich die einzelnen Verbraucher anschließend durchaus mit Bier ein. Für viele dürfte bei der nun anstehenden Hitzewelle der Griff zum Bier zur Selbstverständigkeit gehören. Doch ist Bier bei Hitze nicht gefährlich? Sieben Sommermythen im Experten-Check. In den Supermärkten herrscht ein harter Preiskampf beim Bier. Eine Flasche Bier für 20 Cent – kann das noch gute Qualität sein?