Corona

Immobilien verteuern sich auch in Zeiten der Pandemie

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Alexander Sturm
Mieten und Preise für Wohnungen und Häuser sind weiter gestiegen (Symbolbild).

Mieten und Preise für Wohnungen und Häuser sind weiter gestiegen (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Expertin hält aber Korrektur im Laufe des Jahres für möglich wegen fehlender Finanzmittel durch lange Kurzarbeit.

Hamburg. Selbst die Corona-Krise hat den Immobilienboom in Deutschland bisher nicht zum Erliegen gebracht. Darauf deutet eine Analyse des Hamburger GEWOS Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung und des Portals Immobilienscout24 hin. Trotz der immensen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind die Mieten sowie Preise für Wohnungen und Häuser im ersten Halbjahr weiter gestiegen. Eine Atempause für Mieter und Wohnungskäufer ist nicht zu sehen.

Nach dem Aufwärtstrend im ersten Quartal, in dem die Corona-Krise noch am Anfang stand, stiegen Mieten und Kaufpreise von April bis Juni weiter. „Bisher lässt sich kein Corona-Einbruch am deutschen Immobilienmarkt ablesen“, sagte GEWOS-Geschäftsführerin Carolin Wandzik. Zwar sei im April ein Knick zu sehen, vergleichbare Preisschwankungen in dem Monat habe es aber auch in den Vorjahren gegeben. „Ich würde hier nicht von einem Corona-Effekt sprechen.“

Auch Eigentumswohnungen wurden teurer

Konkret kletterten die Angebotsmieten für Bestandswohnungen im zweiten Quartal auf durchschnittlich 7,47 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 0,8 Prozent zum ersten Jahresviertel und von 3,6 Prozent zum zweiten Quartal 2019. Auch Eigentumswohnungen wurden teurer: Hier stiegen die Angebotspreise auf 2183 Euro je Quadratmeter – gut 1,8 Prozent mehr gemessen am Vorquartal und 8,5 Prozent als vor einem Jahr. Nur etwas geringer fielen die Preisaufschläge bei Einfamilienhäusern aus.

„Preise und Mieten klettern weiter, wenn auch mit nachlassender Dynamik“, bilanzierte Wandzik. Untersucht wurden Angebotsmieten- und Kaufpreise auf dem Portal Immobilienscout24 für typische Bestandswohnungen mit 80 Qua­dratmetern und drei Zimmern. Sie befanden sich in mittlerer Wohnlage, hatten eine mittlere Ausstattungsqualität und waren 30 Jahre alt. Bei Einfamilienhäusern wurden 130 Quadratmeter große Objekte untersucht.

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Beim ungebremsten Preisanstieg muss es nicht bleiben, so Wandzik. „Die Frage ist, ob die Menschen in Deutschland auch nach vielen Monaten Kurzarbeit noch hohe Mieten oder ambitionierte Finanzierungen für Käufe stemmen können.“ Eventuell werde ein Corona-Effekt im Jahresverlauf sichtbar.

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