Corona-Folgen

VW-Tochter MAN: Zahlreiche Jobs in Hamburg sollen wegfallen

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Der MAN-Standort am Hamburger Hafen wurde bereits mit dem am Roßdamm zusammengelegt (Symbolbild).

Der MAN-Standort am Hamburger Hafen wurde bereits mit dem am Roßdamm zusammengelegt (Symbolbild).

Foto: imago images / Blaulicht News

Bau von Großturbinen am Roßdamm soll aufgegeben werden. Unternehmen schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Hamburg/Augsburg. Der Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions will fast 4000 seiner weltweit etwa 14.000 Arbeitsplätze abbauen. Allein in Deutschland sollen rund 3000 Mitarbeiter gehen, teilte das Unternehmen mit. Die VW-Tochter begründete dies mit der Corona-Pandemie. Sie erwartet in den nächsten Jahren stagnierende Umsätze und will die Kosten um 450 Millionen Euro senken. Das Unternehmen hat mehr als 120 Standorte weltweit.

Die Beschäftigten wurden am Mittwoch in Betriebsversammlungen über die Pläne informiert – auch im Hamburger MAN-Werk am Roßdamm. Und auch dort sollen Stellen wegfallen. Nach Abendblatt-Informationen geht es um etwa 100 der derzeit rund 450 Arbeitsplätze am Standort. Dort werden einerseits Dieselmotoren von Schiffen repariert und gewartet, andererseits Dampfturbinen, vorwiegend für Kraftwerke, entwickelt und gefertigt. Dem Restrukturierungsplan zufolge soll die Turbinenferigung in Hamburg nun aufgegeben und die in Berlin ansässige Fertigung verlagert werden.

In Hamburg sind bereits zahlreiche Arbeitsplätze weggefallen

Der Standort Hamburg war zuletzt bereits personell verkleinert worden. MAN Energy Solution legte die beiden zuvor an unterschiedlichen Standorten im Hafen arbeitenden Einheiten am Roßdamm zusammen. Die Motorenreparatur wurde aus Steinwerder dorthin verlegt. In diesem Zuge waren bereits Arbeitsplätze abgebaut worden.

Die VW-Tochter mit Hauptsitz in Augsburg soll eigentlich verkauft werden. Energy Solutions hieß früher Diesel & Turbo und steht unter anderem für die Produktion von großen Motoren für Fracht- oder Kreuzfahrtschiffe. „Wichtige Geschäftsfelder des Unternehmens wie das Kreuzfahrtgeschäft sind unmittelbar von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie betroffen, und wir rechnen erst 2023 mit einer Erholung auf das Vorkrisenniveau“, sagte Vorstandschef Uwe Lauber.

MAN schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus

Der MAN-Vorstand kündigte an, dass der Personalabbau weitestgehend sozialverträglich erfolgen soll. „Betriebsbedingte Kündigungen können jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden“, hieß es. Dies kritisierte der Betriebsrat. „Betriebsbedingte Kündigungen müssen definitiv ausgeschlossen werden, so wie es im gesamten VW-Konzern üblich ist“, erklärte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Werner Wiedemann, nach Angaben der IG Metall.

Emanuel Glass, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Hamburg, sagte: „Wir unterstützen ein nachhaltiges Zukunftsprogramm für MAN Energy Solutions, erwarten aber Garantien für den Verbleib bei Volkswagen. Der Standort Hamburg muss in seiner heutigen Form erhalten bleiben.“

( dpa/hs )

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