Finanzskandal

Wirecard: Ex-Chef Markus Braun erneut festgenommen

Wirecard: Ex-Chef Braun kommt gegen Millionenkaution frei

Der im Wirecard-Bilanzskandal festgenommene Ex-Chef des Finanzdienstleisters, Markus Braun, kommt gegen die Zahlung einer Kaution von fünf Millionen Euro frei. Er war wegen des Verdachts der Marktmanipulation festgenommen worden.

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Die Staatsanwaltschaft legt dem Ex-Wirecard-Chef weitere Tatvorwürfe in "ganz erheblichem" Ausmaß zur Last.

München. Die Staatsanwaltschaft München hat im Skandal um den insolventen Finanzdienstleister Wirecard den früheren Vorstandschef Markus Braun erneut festgenommen. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch bekannt gab, war gegen Braun zuvor ein erweiterter Haftbefehl erlassen worden.

Wirecard: Zwei weitere Vorstände müssen in Haft

Zudem seien zwei weitere frühere Vorstände festgenommen worden, darunter der bis 2017 amtierende ehemalige Finanzvorstand. Anlass für die Festnahme war nach Angaben der Ermittler, dass die Tatvorwürfe noch mal „ganz erheblich“ erweitert werden mussten. Dabei gehe es unter anderem um gewerbsmäßigen Bandenbetrug und Marktmanipulation in mehreren Fällen.

Kronzeuge belastet Ex-Wirecard-Chef Braun schwer

Ein Kronzeuge und weitere Unterlagen hätten den Ermittlern zudem weitergeholfen: Demnach sollen die Betroffenen schon seit 2015 beschlossen haben, die Wirecard-Bilanz „aufzublähen“. Die drei Beschuldigten seien in München festgenommen worden, sie hätten sich nicht selbst gestellt. Noch in Untersuchungshaft befindet sich der frühere Chef der Wirecard-Tochtergesellschaft Cardsystems Middle East in Dubai. Braun war gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro einem ersten Haftbefehl entkommen.

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(afp/dpa/jas)