Norddeutschland

Großhandel – jede dritte Firma erwartet mehr Umsatz

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AGA Präsident Hans Fabian Kruse in seinem Büro am Gänsemarkt

AGA Präsident Hans Fabian Kruse in seinem Büro am Gänsemarkt

Foto: Michael Rauhe

Großhändler im Norden stecken coronabedingt in Rezession. Laut einer AGA-Umfrage sieht die Branche optimistischer in die Zukunft.

Hamburg. Norddeutschlands Groß- und Außenhändler stecken coronabedingt weiterhin in einer tiefen Rezession. Der Umsatz in der Branche fiel im zweiten Quartal 2020 um 5,3 Prozent. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage des AGA Unternehmensverbands hervor, dem 3500 Händler und Dienstleister aus den norddeutschen Bundesländern angeschlossen sind. Im Vorquartal betrug das Umsatzminus 1,7 Prozent.

Allerdings sehen die Firmen nun erste Hinweise auf eine Besserung der Lage bis zum Jahresende. So erwarten nur noch 48 Prozent der befragten Betriebe, dass am 31. Dezember ein Umsatzrückgang in den Büchern steht. Im ersten Quartal hatten das noch 80 Prozent der Unternehmen erwartet. 19 Prozent rechnen sogar mit steigenden Umsätzen. Auch die Gewinnrückgänge werden der AGA-Umfrage zufolge bis zum Jahresende nicht mehr so schlimm erwartet wie zuvor prognostiziert.

Besonders betroffen sind die Hamburger Händler. Bei ihnen ging der Umsatz zwischen April und Juni um 5,9 Prozent zurück. Damit ist das Minus in Hamburg etwas größer als im Schnitt in Norddeutschland. Allerdings sind die Betriebe in der Hansestadt auch zuversichtlicher für den weiteren Verlauf: Nur 40 Prozent erwarten zum Jahresende weniger Umsatz als 2019, 30 Prozent sogar etwas mehr. Und sieben Prozent der Betriebe hoffen sogar, das Jahr mit einem Gewinnplus abschließen zu können.

32 Prozent der Händler beklagen Mitarbeiter-Ausfall

Hauptgrund für die Rückgänge in der Corona-Krise ist die ausbleibende Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen. Insbesondere Exporteure beurteilen ihre Lage als sehr schlecht. 56 Prozent der befragten Firmen beklagen zudem Planungsschwierigkeiten: Das sich ständig ändernde Infektionsgeschehens erschwere verlässliche Voraussagen erheblich, heißt es.

Das führt zu einer sinkenden Investitionsbereitschaft. 41 Prozent der Betriebe sagen, dass sie weniger investieren werden als ursprünglich vorgesehen, nur fünf Prozent wollen mehr Geld investieren. 32 Prozent der Firmen gaben zudem an, dass Mitarbeiter krankheitsbedingt oder wegen der Kinderbetreuung infolge der Schulschließungen ausgefallen waren.

„Insgesamt ist die Lage weiterhin schlecht, und die konkrete Betroffenheit ist von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich“, sagte AGA-Präsident Hans Fabian Kruse. „Die Ergebnisse der Befragung bestätigen aber, dass die Rettungsmaßnahmen und Konjunkturhilfen Wirkung zeigen und es langsam wieder aufwärts geht. Wir müssen das Einhalten der Schutzmaßnahmen mit ökonomischem Einfallsreichtum und Einsatzfreude verbinden. Dann wird sich die Wirtschaft wieder gemeinsam und gegenseitig vorwärts bringen.“

( mk )

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