Autoindustrie

Autohändler bieten wieder mehr Rabatt auf Neuwagen

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Wer profitiert vom Milliarden-Konjunkturpaket?

Wer profitiert vom Milliarden-Konjunkturpaket?

Mit 130 Milliarden Euro will die Bundesregierung die von der Coronavirus-Pandemie arg gebeutelte deutsche Wirtschaft stützen. Von dem Geldsegen profitieren sollen vor allem Unternehmen, Familien und die Kommunen.

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Wer sich einen Neuwagen kaufen will, kann jetzt wieder auf höhere Preisnachlässe hoffen. Was bei den Händlern derzeit drin ist.

Berlin/Duisburg. Wer mitten in der Corona-Krise einen Neuwagen kaufen wollte, der konnte nicht auf einen hohen Nachlass hoffen – zumal die meisten Autohäuser ohnehin geschlossen waren. Jetzt läuft das Geschäft wieder an. Und der Handel lockt offenbar wieder mit ordentlichem Rabatt.

Vor allem die Anfang Juli vollzogene sechsmonatige Senkung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte haben viele Händler und Hersteller zum Anlass für Aktionen mit weiteren Preisnachlässen und Sonderausstattungen genommen. Das geht aus der jüngsten Rabattstudie des Duisburger CAR-Instituts hervor.

Hersteller wie Nissan, Renault, Seat, VW und Opel hätten angekündigt, die Mehrwertsteuer beim Kauf eines Autos mit Verbrennungsmotor ganz „auszusetzen“. Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer geht zwar davon aus, dass diese Aktionen zum Teil mit anderen Preisnachlässen verrechnet werden dürften – dennoch dürfte für die Kunden derzeit unterm Strich ein besserer Preis drin sein als zuvor.

VW Golf 8: Mehr als 20 Prozent Preisnachlass

In der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Neuwagen massiv eingebrochen. Die Neuzulassungen lagen im ersten Halbjahr mit 1,2 Millionen knapp 35 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rabatt gab es für Neuwagenkäufer kaum noch. Dagegen waren bereits im Juni deutlich höhere Nachlässe drin, so Dudenhöffer.

Der Verkauf des neuen VW Golf 8 etwa wurde bei Internet-Anbietern mit vergleichsweise hohen Rabatten oberhalb von 20 Prozent auf den Listenpreis angeschoben. Für den Juli erwartet der Auto-Experte weiter sinkende Preise. Was die Mehrwertsteuer-Senkung wirklich für Kunden bringt

Elektroautos bis Ende Mai nur 21.000 E-Autos

Dagegen fällt die Prognose für die erhöhten staatlichen Förderprämien für den Kauf von Elektroautos ernüchternd aus. Die bislang verhaltene Nachfrage von Privatkunden könne den Gesamtmarkt kaum beleben, erläutert Dudenhöffer. Bis Ende Mai seien gerade mal 21.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride auf Privatkunden neu zugelassen worden, ein Anteil von 5,9 Prozent. Prämie für Elektroautos: So kommen Kunden an den Bonus

„Der aktuelle Aufschwung des chinesischen Automarkts hilft den Arbeitern in den deutschen Autowerken weit mehr als das Konjunkturpaket der deutschen Bundesregierung“, urteilte Dudenhöffer, der zusätzliche Kaufanreize auch für Verbrenner befürwortet hatte.

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(aky/dpa)

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