IT-Event

Apple-Konferenz: Das ändert sich bei iPhone und Mac

In Zukunft öffnen wir Autos mit dem Smartphone

Apple hat dem Wallet eine neue Funktion spendiert: Mit iOS 13.4 kann man dem digitalen Geldbeutel Autoschlüssel hinzufügen. Dabei gibt es aber noch ein Hindernis.

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Apples Entwicklerkonferenz WWDC fand als Online-Event statt. Das sind die wichtigsten Neuerungen für iPhone, Mac und Co.

Berlin/Cupertino. 
  • Bei der Entwicklerkonferenz Apple Worldwide Developers Conference (WWDC) hat Apple verschiedene Neuerungen bekanntgegeben
  • Unter anderem sollen Intel-Chips in Macs durch eigene Prozessoren ersetzt werden
  • Welche weiteren Änderungen und Neuerungen hat der Konzern beim Auftakt der WWDC verkündet?

Der IT-Konzern Apple ersetzt die Intel-Chips in den Mac-Computer künftig durch eigene Prozessoren. Damit werden demnächst Apple-Computer auf der selben technischen Plattform wie die iPhones und iPads laufen.

Die Neuerung gab Unternehmenschef Tim Cook am Montag bei der Entwicklerkonferenz WWDC bekannt, die wegen der Pandemie 2020 zum ersten Mal komplett online stattfindet. Cook sagte, die ersten Macs mit der neuen Chip-Architektur sollten Ende des Jahres auf den Markt kommen.

Apple baut Macs mit eigenen Prozessoren

Der Konzern werde damit bessere Produkte bauen können, versprach Chefentwickler Johny Srouji. Große Software-Anbieter wie Microsoft (Office) oder Adobe (Photoshop) arbeiteten bereits an dafür angepassten Varianten ihrer Programme, betonte Software-Chef Craig Federighi.

Apple rechne damit, dass der Übergang zwei Jahre dauern werde, sagte Cook. Zugleich sollen Macs mit Intel-Chips weiterhin unterstützt werden – und es seien auch neue Geräte mit Prozessoren des Halbleiter-Konzerns geplant.

Apples Prozessoren-Tausch: Software muss angepasst werden

Über einen Austausch der Intel-Halbleiter durch Chips von Apple in den Macs wurde schon seit längerer Zeit spekuliert. Der Konzern entwickelte sehr leistungsstarke eigene Prozessoren für seine Mobil-Geräte auf Basis der Architektur des Chipdesigners ARM. In Apples Notebooks und Desktop-Rechnern kamen bisher aber – wie in der PC-Branche größtenteils üblich – Chips von Intel mit der sogenannten x86er-Architektur zum Einsatz. Das sicherte die Kompatibilität von Anwendungen über die Plattformen hinweg.

Nun müssten Software-Entwickler ihre Programme anpassen, wenn sie sowohl auf Intel- als auch auf ARM-Macs laufen sollen. Das seien aber nur wenige Tage Arbeit, versichert Apple. Zusätzlich wird in das neue Mac-Betriebssystem „Big Sur“ eine Funktion eingebaut, die für Intel-Chips gedachte Software umwandelt. Außerdem können auf den Macs auch Apps laufen, die für das iPhone und das iPad entwickelt wurden.

ARM-Prozessoren gelten generell als energieeffizienter als x86er-Chips, was insbesondere für Laptops und kleinere Notebooks interessant ist. Microsoft und andere Hersteller brachten bereits Geräte mit ARM-Chiparchitektur heraus, doch das Zusammenspiel mit dem Windows-Betriebssystem brachte Kompromisse mit sich.

Apple-Konferenz WWDC: Das sind die Neuerungen

Darüber hinaus gab es zum Auftakt der WWDC wie gewohnt viele Ankündigungen zu künftiger Software für Geräte des Konzerns.

So gibt Apple iPhone-Nutzern mit dem neuen Betriebssystem iOS 14 erstmals seit der Markteinführung 2007 die Möglichkeit, ihren Start-Bildschirm mit zusätzlichen Funktionen umzugestalten. Neben den gewohnten App-Symbolen wird man dort mit iOS 14 auch größere sogenannte Widgets platzieren können, in denen einige Informationen aus einigen Anwendungen angezeigt werden können – zum Beispiel News, Wetter oder Navigation. Auf dem Google-Betriebssystem Android gehören Widgets bereits seit Jahren zum Alltag der Nutzer.

Eine weitere Neuerung sind „App Clips“ – die Möglichkeit, einzelne Funktionen einer Anwendung zu nutzen, ohne sie komplett herunterladen zu müssen. So könnte man zum Beispiel bei einer Kaffeekette schnell etwas kaufen oder in einem Geschäft zusätzliche Informationen bekommen. Google versuchte etwas ähnliches vor ein paar Jahren bei Android, die Idee setzte sich aber nicht durch.

Apple macht das iPhone zum BMW-Autoschlüssel

Wie einige Tech-Blogs schon im Vorhinein berichtet hatten, bietet das neue Betriebssystem iOS 14 die „CarKey“-Funktion: Damit kann man das iPhone als Autoschlüssel nutzen. Zunächst wird die Funktion für den 5er von BMW verfügbar sein.

Demnach soll dafür der NFC-Funkchip der Geräte zum Einsatz kommen, der auch beim kontaktlosen Bezahlen genutzt wird. Der digitale Schlüssel zu einem Auto kann auch über Apples Chatdienst iMessage an andere weitergeschickt werden, mit Einschränkungen der Gültigkeit und einzelner Funktionen. Die Autoschlüssel-Funktion soll auch für das aktuelle iOS 13 freigeschaltet werden.

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Apple: Das sind die weiteren Neuerungen

  • Datensicherheit: Apple wird künftig gleich im App Store anzeigen, welche Daten eine Anwendung sammelt und mit wem sie geteilt werden. Zudem werden auch bestehende Konten bei Apps und Online-Diensten auf den Login mit Apple umgestellt werden, bei dem der Konzern auf Wunsch die E-Mail-Adresse verschleiert.
  • Navigation: Die Karten-App bekommt auch Navigations-Anweisungen für Radfahrer – allerdings zunächst nur in wenigen Städten. Außerdem können Routen für Elektrofahrzeuge angepasst werden. Die von Grund auf mit eigenen Daten neu aufgesetzten Apple-Karten werden nach den USA auch für Großbritannien, Irland und Kanada verfügbar sein, andere Länder sollen später folgen.
  • Sprachtools: Die Sprachassistentin Siri soll mehr Wissensfragen als bisher beantworten können, zudem bekommen die iPhones eine Übersetzungs-App. Zum Start gibt es elf Sprachen, darunter auch Deutsch.
  • Auf der Computer-Uhr Apple Watch wird es mehr Vielfalt und Einstellungsmöglichkeiten bei den Zifferblättern und „Komplikationen“ mit einzelnen App-Funktionen geben. Sie wird schließlich auch die Schlafqualität messen können. Passend zur Corona-Krise wird die Uhr automatisch erkennen, dass jemand sich gerade die Hände wäscht und einen Countdown anzeigen, damit der Nutzer nicht zu früh aufhört.
  • Kopfhörer: Airpods-Ohrhörer werden künftig automatisch zwischen den Apple-Geräten eines Nutzers wechseln können. Die teureren AirPods Pro bekommen zusätzlich räumlichen Sound, den man üblicherweise von Surround-Anlagen etwa im Kino kennt. Apple greift – wie auch einige andere Hifi-Spezialisten – auf Software-Algorithmen zurück, um das 3D-Erlebnis mit nur zwei Kopfhörer-Lautsprechern zu erzeugen.

Das neue Betriebssystem iOS 14 hat keine höheren Systemanforderungen als die Vorgängerversion 13. Die neue Software läuft ab dem iPhone 6s aus dem Jahr 2015.

Ärger um die Regeln im App Store und E-Mail-App „Hey“

Kurz vor dem WWDC-Event hatte sich die Kontroverse um die Regeln im App Store des Konzerns zugespitzt. Die EU-Kommission hat nach einer Beschwerde des Musikdienstes Spotify ein Wettbewerbsverfahren gegen Apple eingeleitet. Dabei geht es um die Gebühren, die der Konzern beim Verkauf digitaler Dienste und Inhalte einbehält. Lesen Sie auch: „Spotify Kids“: Streamingdienst launcht App für Kinder

Spotify kritisiert, die Abgabe von 15 bis 30 Prozent auf die Abo-Erlöse benachteilige ihn, weil Apple als Plattform-Betreiber bei seinem konkurrierenden Dienst Apple Music die gesamten Einnahmen bekomme. Zusätzlich entzündete sich ein Streit um die E-Mail-App „Hey“, die Apple aus dem Download-Store verbannte, weil sie ihr Bezahl-Abo nicht auch in der Anwendung selbst verkauft. (dpa/fmg/max)