Pandemie

Hamburg Wasser nutzt Corona für Baustellenoffensive

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Martin Kopp
Die Geschäftsführer von Hamburg Wasser, Nathalie Leroy und Ingo Hannemann.

Die Geschäftsführer von Hamburg Wasser, Nathalie Leroy und Ingo Hannemann.

Foto: Andreas Laible

Wenig Straßenverkehr erleichtert Reparaturarbeiten im Netz. Wasserverbrauch ist wegen Corona in Hamburg gestiegen.

Hamburg. Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Unternehmen dazu gezwungen, ihre Geschäftstätigkeit umzustellen. Auch der städtische Konzern Hamburg Wasser, der mit seinen Wasserwerken rund 2,2 Millionen Einwohner in der Hansestadt und darum herum versorgt, war davon nicht ausgenommen. Mitarbeiter bekamen neue Aufgaben, der Kundenservice wurde angepasst und Sicherheitsvorgaben wurden weiter verschärft. Doch der Konzern hat in der Krise auch eine Chance gesehen, wie der Technische Geschäftsführer von Hamburg Wasser, Ingo Hannemann, bei der Bilanzvorstellung am Dienstag erzählte.

„Als wir im März feststellten, dass im Zuge des Lockdowns der Verkehr auf Hamburgs Straßen stark zurückging, haben wir eine Baustellenoffensive im Netz an Stellen vorgenommen, an die wir in normalen Zeiten nur mit Verkehrsbeeinträchtigungen herankommen. Denn ein Großteil unseres Netzes verläuft unter den Straßen.“ Innerhalb von zwei Wochen stellte Hamburg Wasser ein Sofortprogramm auf, das bis Ende Mai umgesetzt wurde. „Wir haben insgesamt 86 Maßnahmen in unserem Netz identifiziert und umsetzen können, die in Bereichen stark befahrener Straßen liegen. Mit unserem Sofortprogramm haben wir die verkehrsarme Zeit dafür genutzt, diese Baumaßnahmen vorzuziehen“, so Hannemann.

Wasserverbrauch ist wegen Corona in Hamburg gestiegen

Rund 1,2 Millionen Euro hat das Unternehmen investiert. „Die Bürger profitieren davon, weil alle diese Maßnahmen andernfalls in den nächsten Monaten abgearbeitet worden wären und diese dann zu größeren Verkehrseinschränkungen geführt hätten“, so Hannemann. Die Arbeiten betrafen das Trinkwassernetz sowie die Kanalisation. Es ging um kleinere Reparaturen an Hy­dranten und Abwasserschächten sowie Erneuerungen von großen Hauptleitungen wie etwa in der Stresemannstraße oder in der Alsterkrugchaussee.

Auch sonst änderte sich in Bezug auf das kühle Nass einiges durch Corona. „Der tägliche Wasserverbrauch ist um 3,1 Prozent gestiegen. Das hat natürlich mit der wachsenden Einwohnerzahl zu tun aber auch damit, dass sich die Menschen häufiger die Hände waschen“, so Hannemann. Auch die Gewohnheiten beim Wasserverbrauch sind durch Corona andere geworden. In der Innenstadt, wo viele Büros liegen, ist der Verbrauch infolge des Kontaktverbots zurückgegangen. In den Außenbezirken, wo viele Hamburger im Homeoffice arbeiten, ist er hingegen gestiegen. Auch der Zeitpunkt des größten Wasserverbrauchs am Tag hat sich verschoben: Lag er vor Corona bei etwa 7.30 Uhr, weil die meisten Hamburger sich morgens nach dem Aufstehen duschten und Zähne putzten, hat sich dieser Zeitpunkt während des Lock-downs auf 9.30 Uhr verschoben.

Wasserpreise in Hamburg sind unverändert

Gleich sind lediglich die Wasserpreise in Hamburg geblieben. Nach einer Anhebung um zwei Cent auf 1,77 Euro pro Kubikmeter im Januar 2019 ändert sich in diesem Jahr nichts, wie die Sprecherin der Geschäftsführung, Nathalie Leroy, betonte. „Wir tragen als Versorgungsunternehmen große Verantwortung und werden deshalb die Letzten sein, die Lockerungen vornehmen“, ergänzte sie. Noch eine gute Nachricht: Der zum Konzern zählende Energieversorger Hamburg Energie hat 2019 rund 7000 neue Strom- und 1000 Gaskunden gewonnen.

Bürgermeister und Senat über den Corona-Stand in Hamburg:

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