Hamburger Krankenhauskonzern

Übernahme der Rhön Kliniken durch Asklepios ist in Gefahr

Der Hamburger Krankenhauskonzern Asklepios will die Rhön Kliniken übernehmen (Symbolbild).

Der Hamburger Krankenhauskonzern Asklepios will die Rhön Kliniken übernehmen (Symbolbild).

Foto: picture alliance / dpa

Der Grund ist ein Streit zwischen den Großaktionären. Zudem wackelt wegen der Coronavirus-Krise die Dividende.

hamburg. Die Übernahme der Rhön Kliniken durch den Hamburger Krankenhauskonzern Asklepios gerät ins Stocken. Grund ist ein Streit zwischen den Großaktionären. Zudem wackelt wegen der Coronavirus-Krise die Dividende, die ein wichtiger Punkt im Konflikt zwischen dem an der Übernahme interessierten Rhön-Konkurrenten Asklepios und dem Großaktionär B. Braun ist, der die Transaktion verhindern will.

Zwar seien die Auswirkungen der Krise nach wie vor nicht mit hinreichender Sicherheit zu beziffern, teilte das Rhön-Klinikum am Wochenende in Bad Neustadt an der Saale mit. In naher Zukunft dürften die Effekte auf die Geschäftstätigkeit jedoch beurteilt werden können. „Hierbei wird auch zwangsläufig geprüft werden, ob der bisherige Gewinnverwendungsvorschlag aufrechterhalten werden kann“, hieß es weiter. Rhön-Klinikum hatte für 2019 eine Dividende von 25 Cent je Aktie vorgeschlagen, vier Cent weniger als im Vorjahr.

Melsunger wollen den Verkauf mit einer neuen Satzung verhindern

B. Braun hatte zuletzt sogar eine hohe Sonderdividende verlangt und war damit auf heftigen Widerstand bei Asklepios gestoßen. Der Medizintechnik- und Pharmakonzern B. Braun Melsungen wehrt sich gegen das Übernahmeangebot von Asklepios, das auf dem außerordentlichen Aktionärstreffen alleiniges Thema sein soll. B. Braun hatte unter anderem eine gerichtliche Bestellung des Versammlungsleiters beantragt.

Die Melsunger wollen den Verkauf mit einer neuen Satzung verhindern, den Aufsichtsrat neu sortieren und zudem über eine Sonderdividende viel Geld aus dem Unternehmen ziehen. Der Klinikkonzern Asklepios hat 18 Euro je Aktie für die Übernahme des Rhön-Klinikums auf den Tisch gelegt, derzeit steht der Kurs bei 18,10 Euro. Asklepios kommt zusammen mit Unternehmensgründer Eugen Münch und dessen Frau inzwischen auf mehr als 50 Prozent der Stimmrechte. B. Braun Melsungen hält etwas mehr als 25 Prozent.

( dpa/mk )

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