Drohnen

Andreas Scheuer: Flugtaxis schon in drei Jahren möglich

Foto: ODD ANDERSEN / AFP

Die Bundesregierung plant mit einer neuen Strategie die künftige Nutzung von Drohnen und Flugtaxis. Doch einige Fragen bleiben.

Berlin. Die Reise im Flugtaxi, das Paket per Drohne, die Versorgung der Industrie unbemannt über den Luftweg: Was abwegig klingt, könnte bald Alltag sein. „Wir reden da nicht mehr von Science-Fiction. Das ist jetzt real“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung eines Aktionsplans für die Entwicklung von Drohnen und Flugtaxis.

Das Strategiepapier soll den Weg vorgeben, wie der Bund in den kommenden Jahren dafür sorgen kann, dass Drohnen Realität im Alltag werden. So sollen ein Drohnen-Führerschein ab Fluggeräten von 250 Gramm Startmasse und eine Registrierung verpflichtend werden.

Flugtaxis: Scheuer rechnet mit Chancen für den urbanen und ländlichen Raum

Auch will die Bundesregierung weiter an der Entwicklung von europäischen Vorschriften zu Flugtaxis mitwirken. „Dass jemand in ein Flugtaxi einsteigt, kann nicht mehr fünf Jahre dauern“, erklärte Scheuer. „Es wird eher in drei Jahren so weit sein.“ Flugtaxis böten Chancen im urbanen und ländlichen Raum.

Und: „Sie sind elektrisch, autonom, leise und klima- und umweltfreundlich“, sagte Scheuer.

Drohnen können für die Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen

Zugleich setzt die Regierung darauf, mit den Drohnen einen Wirtschaftszweig mitzugestalten. „Es ist ein großer Markt“, sagte der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek (CDU). Schon heute gebe es knapp 400 Firmen in Deutschland mit 10.000 Beschäftigten, die Drohnentechnik entwickeln.

Weltweit liege das Marktvolumen bei 90 Milliarden Euro. Für die Exportnation Deutschland ein relevanter Punkt: 80 Prozent der hierzulande gebauten Drohnen werden exportiert, so Jarzombek. Zugleich werde der Start-Up-Standort Deutschland gestärkt, sagte Jarzombek, der auch Start-Up-Beauftragter der Bundesregierung ist. Neben Start-Ups forschen auch große Unternehmen wie Airbus an den emissionsfreien Fluggeräten.

Kosten für Abwehr von Drohnen an Flughäfen unklar

Doch mit dem Einsatz von Drohnen müssen auch Sicherheitsaspekte geklärt werden. Etwa die Frage, wie Flughäfen davor geschützt werden können, dass Drohnen den Betrieb stören. Solche Fälle haben in den letzten Jahren mehrfach für Aufsehen gesorgt, zuletzt stellte im März der Frankfurter Flughafen wegen einer Drohne den Betrieb ein.

Hier klaffen Realität und Vision offenbar weit auseinander. Laut Strategiepapier sollen bald Drohnen an den Flughafengrenzen patrouillieren. Aktuell wird bereits ein Abwehrsystem gefördert. Nur scheint nicht wirklich klar, wer für den Schutz der Flughäfen vor Drohnen überhaupt zuständig ist. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) berechnet 109 Millionen Euro für den Schutz der Flughäfen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht, die unserer Redaktion vorliegt.

FDP: „Drohenstrategie der Bundesregierung ist chaotisch“

Zuvor war die Regierung noch von 480 Millionen Euro ausgegangen. Also eine gute Nachricht, weil es günstiger wird? Das sieht die FDP nicht so. Denn laut einer vorläufigen Entscheidung der Europäischen Kommission ist die Flugsicherung gar nicht zuständig, sie kann das Geld also nicht einfordern. „Die Drohnenstrategie der Bundesregierung ist chaotisch“, findet daher der FDP-Bundestagsabgeordnete Bernd Reuther.

Die Entwicklung der Flugtaxis geht rasant voran. Drohnen entwickeln sich zum Milliardengeschäft. Verkehrsminister Andreas Scheuer will mit den Flugtaxis zudem einen Beitrag für die deutschen Klimaziele leisten. Der europäische Flugzeugbauer hat den CityAirbus für den Nahverkehr entworfen, auch Uber hat bereits ein Konzept für ein Flugtaxi vorgestellt. In Deutschland feuerte im vergangenen Jahr Volocopter mit einem Flug in Stuttgart Premiere.