Wirtschaft

Corona: IHK fordert gleiche Regeln im ganzen Norden

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Das Logo der IHK (Symbolbild).

Das Logo der IHK (Symbolbild).

Unterschiedliche Regelungen führen nach Meinung der Kammer zu Verzerrungen des Wettbewerbs. Furcht vor Pleitewelle.

Hamburg. Norddeutschland dürfte nach Meinung der IHK Nord härter als der Rest der Republik von der Corona-Krise getroffen werden und brauche deshalb ein eigenes angepasstes Konjunktur- und Aufbauprogramm. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung werde in den fünf Küstenländern um etwa 20 Prozent höher ausfallen als im übrigen Bundesgebiet, sagte Janina Marahrens-Hashagen, Vorsitzende der IHK Nord und Präses der Handelskammer Bremen, am Montag bei einer Online-Konferenz. Das liege an der Struktur der norddeutschen Wirtschaft, die besonders viele stark betroffene Bereiche aufweise wie den Außenhandel, Häfen und Logistik, den Tourismus und den Schiffbau. Branchen wie die Hotellerie, Gastronomie sowie die Kreuzfahrtschifffahrt sind seit Wochen geschlossen und bekommen keine neuen Einnahmen. „Jedes fünfte Unternehmen ist von der Insolvenz bedroht“, so Marahrens-Hashagen.

Die norddeutschen Kammern haben ein Positionspapier mit einer wirtschaftspolitischen Strategie zur Überwindung der Corona-Krise in Norddeutschland verfasst. Zunächst gelte es, das Überleben der Unternehmen zu sichern. Dann müssten die Firmen, auch unter Einsatz öffentlicher Mittel, über die Zeit gebracht werden, bis sie wieder einen eigenen Beitrag zur Wertschöpfung leisten können.

Lockerung der Ladenöffnungszeiten

Dazu fordern die IHK zinsfreie KfW-Kredite mit reduzierten Anforderungen an die Besicherung, eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds oder eine Stundung fälliger Sozialversicherungsbeiträge. Hinzu kommen eine Vereinfachung der behördlichen Genehmigung für Sonn- und Feiertagsarbeit, eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten und eine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vorerst bis Ende 2021.

Haben Bund und Länder gerade erst beschlossen, die Verantwortung für die Lockerungen den Ländern zu überlassen, wird diese Regelung von den IHK im Norden kritisiert. „Durch das unterschiedliche Vorgehen der Länder kommt es zu einem Flickenteppich“, so Marahrens-Hashagen. Da dürfe das italienische Restaurant auf der linken Straßenseite in Niedersachsen öffnen, während die Gastronomie auf der rechten Straßenseite in Bremen weiter zu sei.

Ein abgestimmtes norddeutsches Vorgehen könne besser sicherstellen, dass es wegen regional unterschiedlicher Regelungen zu keinen Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Ländern komme. Zur Ankurbelung des Tourismus sprechen sich die Kammern für eine gemeinsame Marketinginitiative des Nordens aus. Zudem bedürfe es transparenter und nachvollziehbarer Hygieneregeln. In der IHK Nord sind zwölf Industrie- und Handelskammern aus den fünf Küstenländern in einer Arbeitsgemeinschaft.

Bürgermeister: Corona-Lockerungen für Hamburg
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( mk )

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