Aurubis

Hamburger Konzern gibt für Übernahme 380 Millionen aus

Roland Harings, Vorstandschef der Hamburger Aurubis AG.

Roland Harings, Vorstandschef der Hamburger Aurubis AG.

Foto: Michael Rauhe

Kupferhersteller kauft Recyclingspezialisten – und spricht von einem „bedeutenden Wachstumsschritt“.

Hamburg.  Vorstandschef Roland Harings spricht von einem „wichtigen Meilenstein“, und die für die Finanzen verantwortliche Abteilung des Hamburger Kupferkonzerns Aurubis bereitet jetzt die Transaktion von insgesamt 380 Millionen Euro unter anderem an die Investmentgesellschaft TowerBrook Capital Partners vor. Die EU-Kommission habe die vor einem Jahr angekündigte Übernahme des belgisch-spanischen Unternehmens Metallo ohne Einschränkungen genehmigt, teilte Aurubis am Montag mit. Bereits am 1. Juni soll das auf die Gewinnung von Edelmetallen aus Recyclingschrott spezialisierte Unternehmen mit 540 Mitarbeitern, zwei Werken in Belgien und Spanien und einem Jahresumsatz von zuletzt knapp einer Milliarde Euro Teil des Aurubis-Konzerns sein.

„Die Akquisition von Metallo ist ein bedeutender Wachstumsschritt“, sagte Aurubis-Aufsichtsratschef Fritz Vahrenholt. Der Vorstandsvorsitzende Harings betonte die große Bedeutung des Zusammenschlusses für die Multimetallstrategie des Hamburger Konzerns. Demnach will Aurubis neben Kupfer verstärkt andere Metalle wie Zinn und Nickel gewinnen. Mit Metallo komme nun auch Zink hinzu, sagte ein Unternehmenssprecher dem Abendblatt.

EU prüfte ein Jahr lang

Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Verarbeitung von Recyclingmaterial mit niedrigem Metallgehalt und verarbeitet pro Jahr etwa 315.000 Tonnen Schrott. Aurubis will von diesem Know-how profitieren. Der Konzern gewinnt bislang etwa 30 bis 40 Prozent seines Kupfers aus Recyclingschrott.

Aurubis hatte seine Übernahmeabsicht und den Kaufpreis vor einem Jahr mitgeteilt. Die Wettbewerbshüter der EU kündigten im Herbst eine „vertiefte Prüfung“ an. Das weckte Erinnerungen an den wenige Jahre zuvor an einem Veto aus Brüssel gescheiterten Verkauf der Aurubis-Flachwalzsparte. Diesmal hatte die EU-Kommission keine Einwände.

( hs )

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