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Corona-Sperren gelockert: Wie viele Hamburger shoppen gehen

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Aufgeklebte Richtungspfeile sollen in der Europa-Passage dafür sorgen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.

Aufgeklebte Richtungspfeile sollen in der Europa-Passage dafür sorgen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.

Foto: Michael Rauhe / HA

Schon am zweiten Tag nach der Wiedereröffnung vieler Geschäfte in Hamburg gibt es erste Daten zum Verhalten der Hamburger.

Hamburg. Am ersten Tag der Wiedereröffnung der Geschäfte in Hamburg hielten sich die Kunden in der Hansestadt zurück. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), der Spitzenverband der deutschen Immobilienwirtschaft, hat die ersten Daten aus Fußgängerzonen und Handelszentren in Deutschland vom Montag analysiert und kommt zu dem Schluss, dass es nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen weder in Fußgängerzonen noch in Einkaufspassagen einen Ansturm gab.

So verzeichnete die Europa Passage in Hamburg am Montag 61 Prozent weniger Kunden im Vergleich zu der Spitzenstundenfrequenz zu einem Montag vor der Corona-Epidemie. In absoluten Zahlen heißt das: Statt 5911 Kunden in einer Stunde schauten in dem Einkaufzentrum nur 2280 Kunden vorbei. Auf der Spitalerstraße wurden am Montag 52 Prozent weniger Passanten gezählt.

In der Spitze waren es in Vor-Corona-Zeiten pro Stunde 2280 Kunden. Üblicherweise sind es an einem Montag 4333. Auch für das AEZ wurden 50 Prozent weniger Kunden am Montag ermittelt. Allerdings hinkt der Vergleich, weil von einer flächendeckenden Öffnung der Geschäfte dort am ersten Tag noch nicht die Rede sein konnte.

"Maßnahmen zur Hygiene und Sicherheit gut organisiert"

Nach mehreren Wochen ohne Umsätze hatten am Montag in Hamburg viele Einzelhändler wieder geöffnet. Zunächst durften Läden mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern ihre Türen aufmachen sowie Autohäuser, Fahrradläden und Buchhändler. Mit einer Reihe von Maßnahmen wie einer Einbahnstraßenregelung in der Europa Passage wurde das Abstandsgebot durchgesetzt.

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Der bundesweite Vergleich zeigt, dass Einkaufszentren noch stärker gemieden wurden als Fußgängerzonen mit vielen Geschäften. Das trifft auch auf Hamburg zu, wie die Zahlen zeigen. "Der große Ansturm fand nicht statt, die Maßnahmen zur Hygiene und Sicherheit sind derzeit erkennbar gut organisiert", sagt ZIA-Präsident Andreas Mattner.

Er verwies auf die 1,2 Millionen Beschäftigte im deutschen Einzelhandel und die hohen volkswirtschaftlichen Werten der Handelsimmobilien, die die Politik bei ihren Entscheidungen berücksichtigen müsse. Iris Schöberl, Vorsitzende des ZIA-Handelsausschusses, forderte die Einbindung von Managern von Handelsimmobilien und dem Handel selbst bei der nächsten Entscheidung der Ministerpräsidenten über weitere Lockerungen.

( stp )

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