Wirtschaft

Eppendorf AG baut Produktion von Laborartikeln aus

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Die Doppelspitze der Eppendorf AG: Eva van Pelt und Peter Fruhstorfer

Die Doppelspitze der Eppendorf AG: Eva van Pelt und Peter Fruhstorfer

Foto: Marcelo Hernandez

Aufträge für Geräte, die bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus eingesetzt werden, sind deutlich gestiegen.

Hamburg.  Bei der Hamburger Eppendorf AG ist die Zahl der Aufträge für Geräte wie Pipettierroboter und Bioprozessoren, die in Testlabors und in der Forschung bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus eingesetzt werden, deutlich gestiegen. „Es gibt derzeit eine sehr, sehr hohe Nachfrage insbesondere nach Pipettenspitzen“, sagte die Co-Vorstandsvorsitzende Eva van Pelt dem Abendblatt, nachdem das Unternehmen seine Bilanz für 2019 vorgelegt hatte. Konkrete Zahlen zu den Auftragszuwächsen nannte sie nicht.

Jedoch sind sie teilweise so groß, dass sich Neukunden bisweilen gedulden müssen. „Unseren langfristigen Lieferverpflichtungen können wir fristgerecht nachkommen, aber wir können nicht alle zusätzlichen Aufträge sofort bedienen“, sagte van Pelt. Sie führt das einst auf dem UKE-Gelände gegründete und in Hummelsbüttel ansässige Unternehmen mit weltweit mehr als 3000 Beschäftigten seit Dezember 2019 gemeinsam mit Peter Fruhstorfer.

Umsatz wächst 2019 deutlich auf 804 Millionen Euro

Die Produktion der stark nachgefragten Pipettenspitzen, das sind Einmalartikel aus Kunststoff, im Werk in Oldenburg werde derzeit ausgebaut. „Früher und stärker als ursprünglich geplant“, so die Vorstandschefin. Die für die zusätzlichen Produktionskapazität erforderlichen Werkzeuge stelle das Unternehmen selbst her. Die Investitionen seien zwar ein Risiko, weil die hohe Nachfrage auch wieder abflauen werde, sie seien aber „gerechtfertigt und langfristig richtig“, sagte van Pelt.

Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr 804 Millionen Euro (plus 10,2 Prozent) erlöste und 144,2 Millionen Euro Vorsteuergewinn (Ebit) erzielte, macht 16 Prozent seines Umsatzes allein in China. Das hat Vor- und Nachteile zugleich. „Im ersten Quartal war in China die Nachfrage nach Produkten deutlich höher, die helfen, das Virus nachzuweisen oder Medikamente dagegen zu entwickeln. Zugleich ist der Absatz bei anderen Forschungseinrichtungen dort merklich zurückgegangen, die nicht zu COVID-19 forschen.“

Trotz des starken Auftragsplus fällt die Prognose für 2020 wegen der schwer abschätzbaren Folgen der Pandemie verhalten aus. „Ich denke, dass es am Jahresende vielleicht sogar ein kleines Wachstum gibt, und bin überzeugt, dass das Unternehmen insgesamt gestärkt aus der Viruskrise kommen wird.“

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( hs )

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