Hamburg

Wirtschaftsvereinigung: „Staatshilfe nur nehmen, wenn nötig“

Gunter Mengers, Vorsitzender der Vereinigung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg.

Gunter Mengers, Vorsitzender der Vereinigung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg.

Foto: Michael Rauhe

Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns appelliert an Solidarität untereinander. Plan mit acht Thesen im Mittelpunkt der Kampagne.

Hamburg.  Eine der größten norddeutschen Wirtschaftsvereinigungen, die Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg (VEEK), setzt ein Zeichen. Der Verein, dem sich mehr als 1200 Hamburger Unternehmer angeschlossen haben, hat angesichts der wirtschaftlichen Einschränkungen wegen der Coronakrise eine Kampagne mit dem Motto „DerNordenbleibtfair“ gestartet. Damit sollen die Unternehmen zu einem fairen Umgang miteinander ermuntert werden. „Uns geht es darum, dass die Wirtschaft selbst Verantwortung zeigt, in einer Zeit in der immer mehr unter staatliche Kontrolle gerät. Wir müssen Stärke zeigen. Dazu sollen starke Unternehmen auch gefährdete unterstützen“, sagt Gunter Mengers, Vorsitzender der VEEK, dem Abendblatt.

Die enge Verzahnung der Branchen in der Metropolregion führe zu einer Kettenreaktion: Geht es einem Unternehmen schlecht, hängen gleich mehrere Lieferanten und Dienstleister daran. Die Einforderung von Hilfen, beispielsweise die Aussetzung von Mietzahlungen, könne auf der anderen Seite zur Existenz­bedrohung werden – durch den Verlust von Mieteinnahmen. „Deshalb muss der Kampf ums Überleben fair und solidarisch geführt werden, von allen Seiten“, so Mengers. Das gelte auch bei der Inanspruchnahme staatlicher Hilfen. „Da rufen auch Unternehmen ganz laut nach Hilfen, die es eigentlich nicht so nötig haben wie andere“, mahnt er.

Plattform, über die Unternehmer Hilfe suchen können

Der Vorstand der VEEK habe deshalb einen Plan mit acht Thesen in den Mittelpunkt seiner Kampagne gestellt. Dazu gehört: „Wir nehmen nur Hilfe an, wenn wir sie brauchen.“ Genauso wie: „Wir helfen , wenn wir können.“ Fair, anständig und solidarisch sollen die Firmen handeln und sich auch in dieser Zeit, wo Abstand geboten ist, als Gemeinschaft verstehen. Dazu stellt die VEEK eine Plattform bereit, über die sich Unternehmer austauschen, Hilfsangebote unterbreiten oder auch Hilfe suchen können.

Namhafte Unternehmer werden sich auf der Internetseite für die Kampagne einsetzen. Über soziale Medien wie Facebook oder Twitter werden Mitglieder ihre Haltung durch einen Post mit dem Hashtag #DerNordenbleibtfair demonstrieren. Zudem werden bekannte Hamburger Unternehmer von sich eine Videobotschaft aufnehmen. Aus den einzelnen Videobotschaften wird ein Film erstellt, in dem sich die Kaufmannschaft solidarisch miteinander erklärt.

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„Wir sind keine Traumtänzer und wollen auch niemanden belehren“, sagt der VEEK-Vorsitzende. „Es geht vielmehr darum, jenseits der ganzen Vorschriften und gesetzlichen Regelungen eine Haltung zu demonstrieren. Wir ermuntern Hamburgs Unternehmer dazu, den Kopf in der Krise hochzuhalten.“ Zahlreiche Manager hätten bereits ihre Bereitschaft signalisiert, sich an der Kampagne zu beteiligen.

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