Hamburg in Corona-Zeiten

Friseure müssen schließen – Kunden zeigen sich solidarisch

Corona-Krise: Auch Friseurgeschäfte müssen in Hamburg jetzt schließen (Symbolbild).

Corona-Krise: Auch Friseurgeschäfte müssen in Hamburg jetzt schließen (Symbolbild).

Foto: picture alliance

400 Salons in der Stadt sind betroffen. Kurzarbeit für viele Beschäftigte. Kunden und Mitarbeiter sind sehr verunsichert.

Hamburg. Friseure gehören nicht länger zu den Betrieben, die trotz der Coronakrise noch öffnen dürfen. Bund und Länder haben am Wochenende festgelegt, dass Handwerks- und Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann, untersagt werden. Dies gilt unter anderem für die bundesweit 80.000 Friseure, die nun genau so wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoo-Studios schließen müssen.

„Die letzte Woche war sehr anstrengend. Es haben so gut wie alle Kunden abgesagt“, sagt Friseur Frank Köster. Der Umsatz in seinem Salon an der Binnenalster gehe schon seit Anfang März kontinuierlich bergab. „Und er ist die letzten Tage abgestürzt“, so Köster über die Lage seines gleichnamigen Betriebs. Kunden und Mitarbeiter seien sehr verunsichert und hätten Angst um ihre Gesundheit.

Empfehlungen von Gesundheitsexperten

Die bisher geltende Ausnahmeregelung hatte zuvor auch die Gewerkschaft Ver.di kritisiert. Da der gebotene Sicherheitsabstand zu den Kundinnen und Kunden nicht einzuhalten sei, „müssen Friseurgeschäfte geschlossen werden“, hatte Ver.di-Vorstand Christine Behle in der vergangenen Woche gefordert. Friseure waren zuvor von den Einschränkungen durch die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 ausgenommen, weil auch sie Teil der öffentlichen Versorgung seien, hieß es beim Bundesinnenministerium. Denn dazu gehöre der Bereich persönliche Hygiene.

Die jetzt verschärften Maßnahmen seien auf Grundlage der Empfehlungen von Gesundheitsexperten ergriffen worden, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zu den neuen, strengeren Coronaregeln vom Wochenende, die auch für die 1400 Friseursalons der Stadt gelten. „Wir denken, dass nun viele Kollegen erleichtert sind, da sie endlich nicht mehr im Zwiespalt zwischen Verantwortung und Verzicht auf Einkommen sind“, sagt Joachim Huetter vom Coiffeur 4U in Winterhude zu den strengeren Vorgaben.

Wichtig ist nun der Kontakt mit der Hausbank

„Für mich persönlich, als Selbstständiger, bedeutet das, dass ich kein Einkommen mehr habe, weil ich ohne Umsatz nicht mal die Kosten einbringe. Ich werde die nächste Zeit vom Ersparten leben“, sagt Köster. Für die Beschäftigten habe er als erste Hilfe Kurzarbeitergeld beantragt. „Ich hoffe, es wird genehmigt“, sagte der Unternehmer, „aber ich denke, Zahlungen werden erst in Monaten erfolgen.“ Für die Zwischenzeit sei er mit der Bank in Kontakt.

Die Salons in der Hansestadt haben etwa 4000 Beschäftigte. „Meine Mitarbeiter haben natürlich viel Gesprächsbedarf. Alle sind sehr kooperativ und wollen dem Unternehmen helfen“, so Köster über seine zwölf Mitarbeiter. Mit der Kurzarbeit, die nun gelte, seien alle einverstanden.

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Auch für die Hamburger Friseurin Britta König zählt jeder Euro. Sie berichtet von solidarischen Stammkunden ihres Salons in Alsterdorf, die wegen der Ansteckungsgefahr in der vergangenen Woche die Termine zwar abgesagt hätten, aber die Ausfallkosten überweisen wollten. „Das finde ich ganz toll.“