Verkehr

Sonntagsfahrverbot für Lkw soll auch in Hamburg fallen

Mit Containern beladene Lastwagen stauen sich auf der Köhlbrandbrücke im Hafen von Hamburg (Archivbild).

Mit Containern beladene Lastwagen stauen sich auf der Köhlbrandbrücke im Hafen von Hamburg (Archivbild).

Foto: picture alliance

Es wäre laut Wirtschaftssenator Westhagemann nicht sinnvoll, wenn Lastwagen an Hamburgs Landesgrenze aufgehalten würden.

Hamburg.  Wie mehrere andere Bundesländer plant nun auch Hamburg eine Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw. Das sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) dem Abendblatt nach einem Treffen mit Spitzenvertretern der Hamburger Wirtschaft am Montag. Es wäre nicht sinnvoll, wenn Lastwagen im Bundesländer-übergreifenden Verkehr an Hamburgs Landesgrenze aufgehalten würden. „Wir denken stark darüber nach, das Verbot zu lockern und das wird aus meiner Sicht auch kommen“, sagte Westhagemann.

Insgesamt 23 Spitzenvertreter von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung nahmen an dem Krisentreffen mit dem Senator im Rathaus teil. „Mir ging es darum, ein Gesamtbild der Lage zu erhalten.“ Westhagemanns vorläufiges Fazit: „Ohne Ausnahme sind alle Wirtschaftsbereiche von den Einschränkungen durch das Coronavirus betroffen.“ In seiner Behörde würden nun eine Reihe von Themen bearbeitet, wie die Lockerung des Sonntagsfahrverbots, mit denen sich in Kürze der Hamburger Senat befassen will.

Zugesagte Finanzhilfen vom Bund

Unter anderem das Hotel- und Gaststättengewerbe sei dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. „Da müssen wir schnell handeln“, sagte Westhagemann. Geld stehe bereit, sagte er mit Blick auf die vom Bund zugesagten Finanzhilfen. „Aber wenn die in Not geratenen Betriebe erst groß Anträge ausfüllen oder zwei, drei Bilanzen vorlegen müssen, hilft ihnen das nicht.“

Westhagemann rechnet damit, dass ab April im Hamburger Hafen für sechs bis acht Wochen weniger Güter aus China eintreffen. Eine von der Bahn erwogene Reduzierung des Angebots im öffentlichen Nahverkehr lehnt der Senator ab. „Das wäre kontraproduktiv, weil sich dann mehr Fahrgäste in weniger Zügen drängen. Wir wollen doch gerade eine Entzerrung der Fahrgastdichte erreichen“, sagte Westhagemann. Die Bahn AG hatte angekündigt, sie werde in den nächsten Tagen den Fahrplan von Nahverkehrszügen ausdünnen.

( mk )

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