Elektronik

Coronavirus: Werden Smartphones und TV-Geräte jetzt teurer?

Coronavirus erreicht Berlin

In Berlin gibt es den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in Deutschland liegt damit inzwischen bei mehr als 135.

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Wegen des Coronavirus’ sind bei Smartphones oder TV-Geräten Liefer-Engpässe möglich. Wir erklären, was das für Verbraucher bedeutet.

Berlin. Das Coronavirus hat bisher unterschätzte Nebenwirkungen: Bei Unterhaltungselektronik wird es durch den neuartigen Erreger zumindest zeitweise Engpässe geben – und deshalb möglicherweise auch Preiserhöhungen. Das teilte die Industrievereinigung gfu am Montag mit.

Grund seien die verlängerten Werksferien und Produktionsausfälle in China, sagte der Aufsichtsratschef der Industrievereinigung gfu, Hans-Joachim Kamp. Dass das Coronavirus Auswirkungen haben werde, sehe man „an der Lieferkette“, betonte Kamp. Viele Anbieter seien zumindest bei einzelnen Bauteilen betroffen.

Coronavirus: Ware wird knapp, Händler könnten Preise erhöhen

Die Engpässe würden sich unterschiedlich schnell bemerkbar machen – je nach Produktkategorie. Das läge an den Lieferwegen, sagte Kamp. Größere Technik wie Fernseher komme meist per Schiff aus China. Das dauere um die fünf Wochen. Aktuell seien damit noch Geräte unterwegs, die vor Beginn der Coronavirus-Epidemie gebaut wurden.

Bei Smartphones, die oft mit dem Flugzeug transportiert werden, seien die Engpässe schneller spürbar. „Der eine oder andere“ Händler könne die Verknappung nutzen, um seine Waren teurer zu verkaufen, sagte Kamp. Grundsätzlich ist das Handygeschäft aktuell von Preisrückgängen geprägt.

Branche rechnet mit starken „Ersatzkäufen“ nach der Epidemie

Durch die Coronavirus-Effekte sei keine seriöse Umsatzprognose für das laufende Jahr im Unterhaltungselektronik-Geschäft möglich, sagte Kamp. Zugleich rechnet er aber mit einer aufgestauten Nachfrage, die sich später entlädt.

„Wir haben einen Markt, der von hohen Ersatzkäufen geprägt ist. Das heißt, wenn Coronavirus irgendwann überstanden ist, dann werden diese Ersatzkäufe getätigt.“ Umfragen zeigten eine nach wie vor hohe Kaufbereitschaft der Verbraucher.

Elektronikindustrie glaubt nicht an positive Corona-Effekte

Zugleich glaubt Kamp nicht an nennenswerte positive Effekte der Coronavirus-Krise für seine Branche – etwa wenn mehr Unternehmen zu Videokonferenzen statt Dienstreisen greifen. Denn da sei die nötige Ausrüstung letztlich schon da, argumentierte er.

Im vergangenen Jahr sank der Umsatz mit Verbraucherelektronik in Deutschland um 1,5 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro. Das teilte die gfu am Montag mit. Dabei sank der Absatz von Fernsehern um 4,7 Prozent auf rund 6,5 Millionen Geräte. Der Durchschnittspreis fiel von 600 auf 572 Euro.

Die Absatzzahlen und Umsätze sind 2019 gesunken

„Wir leben letztlich davon, dass wir ein Wachstum bei immer größeren Geräten haben“, sagte Kamp. Vor allem bei großen Fernsehern mit OLED-Displays bleiben die Preise stabil hoch.

Der Verkauf von Blu-ray-Playern fiel 2019 um gut ein Viertel auf 666.000 Geräte, und der Absatz von Heimkino-Anlagen halbierte sich auf 31.000. Dagegen waren Kopfhörer ein wachsendes Geschäft mit einem Plus von 15 Prozent auf 14,5 Millionen Geräte.

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(dpa/max)